Versorger Enni in Moers Wie sich das Auslaufen der Preisbremsen auswirkt

Moers · Die Bundesregierung lasse viele Fragen offen, kritisiert die Enni Energie & Umwelt Niederrhein. Sie werde die gesetzlichen Anforderungen „eins zu eins“ berücksichtigen. Worauf sich Kunden einstellen müssen.

„Unsere Telefone laufen heiß“, sagt Enni-Vertriebsleiterin Susanne Pfeufer. „Vieles bleibt aber offen, da aktuell noch nichts feststeht.“

„Unsere Telefone laufen heiß“, sagt Enni-Vertriebsleiterin Susanne Pfeufer. „Vieles bleibt aber offen, da aktuell noch nichts feststeht.“

Foto: Norbert Prümen

Die Energiepreisbremse soll Ende des Jahres auslaufen, das hat Bundeskanzler Scholz Anfang der Woche angekündigt. Seither häufen sich in den Kundenzentren der Enni Energie & Umwelt Niederrhein (Enni) die Fragen verunsicherter Kunden, teilte die Enni mit.

„Unsere Telefone laufen heiß“, beschreibt Vertriebsleiterin Susanne Pfeufer die Situation. „Vieles bleibt aber offen, da aktuell noch nichts feststeht.“ Die Bundesregierung habe das Aus der Energiepreisbremsen angedeutet, zu anderen gesetzlichen Preisbestandteilen aber geschwiegen. Das sei für die gesamte Branche sehr unbefriedigend. Zwar scheinen nun „nach dem mehrfachen Hin und Her“ die Preisbremsen auszulaufen. Zur politisch kontrovers diskutierten Erhöhung der Gas-Mehrwertsteuer gebe es aktuell aber überhaupt keine Aussagen der Bundesregierung. Die Branche erwarte „leider erst frühestens Mitte Dezember Klarheit“, sagte Pfeufer.

Bei Enni löst die Entscheidung zum Auslaufen der Preisbremsen Kopfschütteln aus. „Der Gesetzgeber hat sein ursprüngliches Ziel, Kunden so vor den extremen Preissprüngen zu schützen, aufgrund der großen Haushaltsprobleme aus den Augen verloren“, sagte Pfeufer. Dies würden im neuen Jahr bundesweit vor allem die Kunden spüren, die sich mit langfristigen, in unsicheren Hochpreisphasen abgeschlossenen Verträgen für ein sicheres Produkt entschieden hätten.

Auch am Niederrhein sei diese Kundengruppe groß. Enni habe diesen Kunden mittlerweile gegen eine Verlängerungsoption deutlich reduzierte Angebote gemacht, wovon große Teile der Kundschaft auch Gebrauch gemacht hätten. Pfeufer rät auch weiter, dies anzunehmen: „So können Kunden in bestehenden Verträgen mit dem Auslaufen der Preisbremsen bei Strom und Gas einige hundert Euro sparen und die deutlichen Anstiege der Abschläge zumindest eindämmen.“

Falls Preise an den Energiebörsen dauerhaft nachlassen, verspricht Pfeufer dabei weiter, auch Festpreisverträge im kommenden Jahr erneut zu überprüfen. „Wir stehen zu unseren Aussagen, in der so bislang nicht gekannten Krisensituation Einkaufsvorteile auch während Vertragslaufzeiten weiterzugeben.“

Aktuell seien Energiepreise deutlich von den Hochpreisphasen des Vorjahres entfernt. Gründe: „Die Gasspeicher sind gut gefüllt und Verbraucher gehen mit Energie deutlich sparsamer als vor der Energiekrise um.“ Die Enni verzeichne gegenüber dem Vorjahr allein beim Gas einen Absatzrückgang um rund zehn Prozent.

Übrigens: Sollte der Gesetzgeber die Gas-Mehrwertsteuer tatsächlich anders als zunächst verkündet schon in Kürze und nicht erst zum Ende der kommenden Heizperiode anheben, wird Enni dies automatisch in den Gasrechnungen anteilig berücksichtigen. „Natürlich können Kunden uns dann auch wieder ihre selbst abgelesenen Zählerstände angeben.“ Dies sei am einfachsten über das Kundenportal möglich.

(RP)
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