Elterntaxi-Ärger am Rüttgersweg in Moers

Verkehrschaos vor Schule und Kita : Elterntaxi-Ärger am Rüttgersweg

Anwohner in Hülsdonk klagen über eine gefährliche Verkehrszunahme rund um Grundschule und Kindertagesstätte.

Jörg Heger ist direkter Anwohner der Grundschule Hülsdonk und der Kindertagesstätte am Rüttgersweg. Den Beweis, dass der elterliche Hol- und Bringverkehr vor seiner Haustür in den vergangenen Jahren massiv zugenommen hat, bekommt der Moerser jeden Tag aufs Neue live präsentiert. „Es ist einfach irre, was da abläuft“, sagt er. „Aus einer ruhigen Anliegerstraße, wo in der Vergangenheit Eltern und Großeltern ihre Kinder und Enkel größtenteils zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule oder zur Kita begleitet haben, ist eine Hauptverkehrsstraße geworden.“

Weil er das so nicht mehr länger hinnehmen möchte, hat der Hülsdonker im November einen Bürgerantrag gestellt, der am Dienstag (21. Januar, 16 Uhr, Ratsaal) im Ausschuss für Bürgeranträge auf der Tagesordnung steht. „Es muss sich dringend etwas tun“, warnt Heger. Für die Anwohner sei die Situation untragbar, und für die Kinder berge sie mittlerweile sogar eine unmittelbare Gefahr.

Im Schreiben an die Stadt schildert der Moerser, was er täglich, bei Elternsprechtagen oder außerschulischen Veranstaltungen oft bis in die Abendstunden hinein, erlebt: „Hupende Fahrzeuge, parkende Autos mit laufenden Motoren, zugeparkte Garagen und Einfahrten sowie ein hohes Müllaufkommen sind mehr als nur ein Ärgernis.“

Appelle der Anwohner mit der Bitte um Rücksichtnahme seien bisher ungehört verhallt, Verkehrsverstöße wie unerlaubtes Halten in zweiter Reihe im Kreuzungsbereich Schwalbenstraße/Rüttgersweg, gefährliche Wendemanöver, Parken und Rangieren unmittelbar vor Kita und Schule dafür jetzt schon eher die Regel als die Ausnahme, sagt Heger. Immer wieder sei auch zu beobachten, dass Kinder direkt vom Fahrzeug zur Straße hin aussteigen oder zwischen parkenden Autos die Fahrbahn überqueren. „Ein Wahnsinn!“

Aus Sicht der Anwohner hat die Stadt die Belastbarkeit der Verkehrsinfrastruktur in der Vogelsiedlung falsch eingeschätzt. Bereits jetzt gebe es rund um die Schwalbenstraße und den Rüttgersweg in den Morgen- und Abendstunden nicht mehr genügend Parkplätze für die Anwohner“, schreibt Heger. Als Anlieger beantrage er deshalb die Erstellung und Umsetzung eines umfassenden Verkehrskonzepts. Dieses, schlägt er vor, sollte unter anderem ausgewählte Hol- und Bringzonen und auch eine Einschränkung des Verkehrs in den Nebenstraße enthalten. Und: Auch über eine Einbahnstraßenregelung auf dem Rüttgersweg müsse nachgedacht werden.

Abschließend, sagt der Hülsdonker, müsse dann auch noch über das Thema Müll gesprochen werden. Durch achtlos weggeworfene Verpackungen im Umfeld der Schule sei das extrem hoch. Der Straßenrand sei wegen der parkenden Autos für die Reinigungsfahrzeuge nicht befahrbar. Das Reinigen müssten die Anwohner darum mindestens zweimal wöchentlich von Hand erledigen. Entsprechende Halteverbotsschilder an Kehrtagen könnten eine Lösung sein.

Die Stadt gibt Heger in fast allen Punkten Recht. Im Rahmen der Schulwegeplanung für die GGS Hülsdonk seien im Herbst 2019 umfangreiche Verkehrsmessungen sowie Beobachtungen der Verkehrssituation zur morgendlichen Spitzenstunde durchgeführt worden, heißt es in einer Stellungnahme der Verwaltung zum Bürgerantrag. Auf dieser Grundlage werde derzeit ein Konzept zur Verbesserung der Verkehrssituation und zur Sicherung der Schulwege in Abstimmung mit Schule, Kindergarten und Polizei erarbeitet. Die Beschlussfassung der Planungen könnte bereits im März im Ausschuss für Stadtentwicklung, Planen und Umwelt erfolgen.