Elfenrat Moers-Eick: Mit neuem Wagen zum Zug

Karneval in Moers : Elfenrat Eick: Mit neuem Wagen zum Zug

Zum 50. Geburtstag ließ sich der Senat der KG Elfenrat einen neuen Wagen bauen, der jetzt eingesegnet ist und beim heutigen Nelkensamstagzug startet.

Jörg Thiel ist vom neuen Senatswagen begeistert. „Er ist optisch eine Augenweide“, sagt der Präsident der Karnevalsgesellschaft Elfenrat Moers-Eick. Am Mittwochabend segnete Pfarrer Heinrich Bösing den Wagen ein: „Eine Segnung ist etwas zutiefst Menschliches. Sie spricht Gutes zu, wendet Böses von uns ab. Der mächtige Gott segne diesen neuen Wagen. Alle, die mit ihm unterwegs sind, sollen Freude auf ihm haben.“

Diese Freude werden beim Nelkensamstagszug elf Senatorinnen haben, die zusammen mit drei Senatoren den Senat des Elfenrates bilden. Dazu kommt Stefanie Elsdörfer-Müller, die nicht als Kamp-Lintforter Stadtprinzessin Stefanie I. in Rot-Weiß Kamelle wirft und Helau ruft, sondern als Mitglied der KG Elfenrat. „Eine Senatorin kann nicht mit dabei sein, hat sich aber am Wurfmaterial beteiligt“, berichtet Senatssprecherin Hannelore Eilrich. „Ihren Platz übernimmt Stefanie Elsdörfer-Müller.“

Sie bezeichnet den neuen Karnevalswagen, der zum 50. Geburtstag der KG Elfenrat entstand, als „wunderschön“ und bedankt sich beim Wagenbauer Manuel Schubert: „Ohne dich wäre es nicht möglich gewesen. Wir bedanken uns bei dir.“ Der Mitarbeiter eines Moerser Schaustellerunternehmens hatte ab Anfang November jede freie Minute in der Wagenhalle in Repelen verbracht, um auf dem Fahrgestell des alten Senatswagen, das überholt wurde, einen neuen Aufbau zu setzen.

„Ich habe geschweißt, gesägt und getackert“, erzählt der 39 Jahre alte Karnevalist. „Ich habe fast alles selbst gemacht.“ Aus seiner Feder stammt auch der Entwurf des blau-weißen Wagens, der an den Ecken und in der Mitte von kleinen Türmen geziert wird. Er stimmte diesen mit dem Präsidenten und dem Senat ab.

Er orientierte sich am Gesellschaftswagen des Elfenrates, den er vor zwei Jahren gebaut hatte. Er wickelte den Senatswagen, der acht Meter lang ist, ebenfalls in gerafftes blaues und weißes Tuch ein. „Ich habe 200 Meter Tuch verarbeitet“, berichtet der Wagenbauer. „Es ist 1,60 Meter breit. Ich habe es mit 15.000 Krampen getackert. Das Tuch sieht edel aus. Aber es hat einen Nachteil. Er kann nicht mit Hochdruckreiniger sauber gemacht werden, anders als ein Wagen mit glatter Oberfläche. Er ist durch Spritzwasser sofort versaut.“

Deshalb beugt er vor. Die Zugmaschine, egal ob Traktor oder Unimog, erhält hinter der Hinterachse einen Spritzschutz, damit sich nicht das Missgeschick des Gesellschaftswagens wiederholt. Dieser war beim vorletzten Nelkensamstag, als die Straße nicht ganz trocken gewesen war, an seiner Frontseite verschmutzt worden. Manuel Schubert ersetzte dort das geraffte Tuch.

Außerdem schloss er den neuen Wagen nach unten hin mit einem Streifen aus Aluminium ab, der Spritzwasser aushält. „Der Aufbau hält 15 Jahre, wenn pfleglich und vorsichtig mit ihm umgegangen wird, vielleicht auch länger“, blickt er auf die Nachhaltigkeit des Wagens, dessen Metall, Holz und Tuch 2500 Euro kosteten. Am Montag wurde er vom TÜV ohne Mängel abgenommen.

Am heutigen Nelkensamstag ist er im letzten Drittel des Zuges im „Elfenblock“ unterwegs.

Mit drei Wagen und zwei Fußgruppen fährt und läuft die Karnevalsgesellschaft mit, die gut 100 Mitglieder hat und in der Session 1968/1969 aus dem Pfarrkarneval von St. Ida Eick unter Günther Likar entstand: Dem eigenen Gesellschaftswagen, dem eigenen Sentaswagen, dem geliehenen Wagen für die Elfengarde, der Tanzgruppe Expressive mit blau-weißem Bollerwagen und der Tanzgruppe „Die Schnuckis“.

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