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Kamp-Lintfort: EK3: Vom Sorgenkind zum Kundenmagnet

Kamp-Lintfort : EK3: Vom Sorgenkind zum Kundenmagnet

Das Einkaufscenter EK3 feiert Geburtstag. In der Planungsphase wurde das Projekt an der Moerser Straße noch kontrovers diskutiert. Heute fällt die Bilanz von Politik, Geschäftsleuten und Kunden jedoch durchweg positiv aus.

Das Projekt wurde im Vorfeld kritisch diskutiert. "Wir waren sehr skeptisch, was Größe und Architektur des EK3 anging", erklärt Wilhelm Bommann, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Niederrhein und ergänzt: "Wir haben besonders für die Einzelhändler vor Ort einen Kundenrückgang befürchtet."

Doch ein Jahr später gibt es Entwarnung für die damaligen Skeptiker: Pünktlich zur Geburtstagsfeier können Politik und Geschäftsleute gemeinsam das Einkaufscenter an der Moerser Straße hoch leben lassen. "Das EK3 ist eine Bereicherung. Alle berechtigten Sorgen, die im Vorfeld von den verschiedensten Seiten bestanden, haben sich nicht bewahrheitet. Wir haben im Vorfeld ja wirklich sehr viel diskutiert", erklärt Bürgermeister Christoph Landscheidt, der das Center nun als attraktiven Zielpunkt für die Achse rund um den Prinzenplatz sieht.

Nach zweijähriger Bauzeit wurde im vergangenen Sommer das Einkaufscenter mitten in der Stadt eröffnet — fortan gehörten die drei "weißen Riesen", die bis dahin den Standort prägten, der Vergangenheit an. Bommann, der die Architektenpläne zunächst kritisch beäugt hatte, hebt nun die offene Bauweise des Komplexes hervor: "Der Bereich hat sich sehr positiv entwickelt. Die anderen Geschäfte werden nicht ausgeschlossen — im Gegenteil, die Kunden werden durch den Bau sogar verführt in den angestammten Bereich nach draußen zu gehen", sagt der Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Niederrhein. Er bezeichnet die Architektur sogar als "beispielhaft" und richtungsweisend für andere Städte — vor allem in begehrter Innenstadtlage einen Komplex in die Höhe zu bauen, wie an der Moerser Straße, sei ein erheblicher Standortvorteil — auch durch die geschaffenen Parkmöglichkeiten auf dem Dach.

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Auch Geschäftsführer Ulrich op de Hipt beobachtet in der Kamp-Lintforter Innenstadt einen positiven Effekt durch das EK3: "Klar, der Wettbewerb ist natürlich größer geworden — aber da müssen wir einfach besser sein. Insgesamt verschafft uns das Center aber einen größeren Publikumsverkehr. Hier tut sich was in Kamp-Lintfort — das ist doch sehr zu begrüßen." Besonders die Vielfältigkeit der Händler, die alle unter einem Dach versammelt sind, sind für viele Kunden ein Anziehungspunkt. Elektromarkt, Drogerie, Supermarkt, Optiker, Schuhgeschäft, Bäckerei, zwei Cafés, Schmuckgeschäft — alles unter einem Dach und mit bequemen Parkmöglichkeiten auf dem Dach des Centers.

Doch Doris Hackstein, Betreiberin des Café "Pavillon" direkt gegenüber des EK3 fehlt noch Leben im Flur des Einkaufscenters, damit das Einkaufserlebnis noch einzigartiger werden kann: "Die Wege sind so lang, die Flure so groß. Da wäre Platz für einen Pianisten, einen Porträtzeichner oder aber einen Wochenmarkt — das könnte das EK3 noch einmal aufwerten. Es stört mich, dass man da nicht so schön bummeln kann. Dafür sind die Schaufenster zu weit auseinander", sagt Hackstein, die jedoch positiv feststellt, dass die Kunden ihren Kaffee auch weiterhin bei ihr außerhalb des Centers genießen.

(RP)