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Moers: Einzelhandel begrüßt Umbau von KiK-Filiale

Moers : Einzelhandel begrüßt Umbau von KiK-Filiale

Im Zuge eines europaweiten Marketing-Feldzuges erhielt jetzt auch die Filiale des Böninger Textil-Discounters KiK auf der Lintforter Straße ein neues Aussehen. Heute wird die Eröffnung gefeiert.

Weniger schreiendes Rot - mehr edles Silber: Auf diese Weise will der Textil-Discounter Kik künftig im Moerser Stadtteil Repelen um Kunden werben. Der Discounter, der zur Tengelmann-Gruppe zählt, ist nicht unumstritten. 2012 geriet er in die Schlagzeilen, als eine Textilfabrik in Bangladesch, von der unter anderem KiK seine Waren bezog, abbrannte. 250 Menschen starben. KiK leistete eine Million Dollar soforthilfe und tat auch sonst viel, um sein Image zu verbessern.

"Billiganbieter wie KiK werden häufig als Zeichen für das Trading Down eines Stadtteils gesehen", meint etwa Heinz Konze, der sich ehrenamtlich im Ortsteil engagiert. Tatsächlich lässt das Neueröffnungsangebot erahnen, dass zwischen dem KiK-Kontinent und dem Armani-Archipel etliche Seemeilen Kaufkraft liegen.

So verspricht KiK-Sprecherin Beatrice Volkenandt zur Eröffnung "exklusive Knallerangebote. Unsere Kunden dürfen sich auf modische Mädchen- und Jungen-Sets für je 3,99 Euro, Damenkleider für je nur 7,99 Euro oder 2er-Packs Damen-BH's für je nur 6,99 Euro, bis hin zu Herren T-Shirts im 5er Pack für je 9,99 Euro und viele weitere tolle Angebote freuen." Wer bei einem Gewinnspiel einen Warengutschein für zehn Euro erhält, könnte sich also gratis mit T-Shirts für eine Arbeitswoche versorgen.

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Das mag zu einem Stadtteil wie Repelen vielleicht passen, in dem viele Menschen leben, die oder deren Vorfahren erst vor kurzem nach Deutschland eingewandert sind. Aber sind Unternehmen wie KiK auch gut für eine gesunde Stadtteilentwicklung?

"Wenn sich Einzelhandel im Ortszentrum behauptet, ist mir das lieber, als wenn er sich in einem Gewerbegebiet niederlässt", sagt Wilhelm Bommann, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbands Niederrhein. An einem integrierten Standort wie im Repelener Ortskern schafft ein Markt wie KiK Frequenz. Davon profitieren auch die Kaufleute in der Nachbraschaft. Ähnlich ist übrigens auch die Eröffnung der Kodi-Filiale in Vluyn zu bewerten."

Zudem sei ein solventer Mieter wie KiK auch für den Vermieter besser als eine nur vorübergehende Nutzung oder gar ein kompletter Leerstand. "Das Stern-Kaufhaus in Repelen gibt es nun schon seit über 20 Jahren nicht mehr", sagt Bommann. "Das mag man bedauern, aber es war nun mal die Entscheidung der Verbraucher."

Die KiK -Filiale in Repelen gehört mit ihren 584 Quadratmetern Fläche inzwischen eher zu den kleineren der europaweit 3200 Läden. Gemäß einem Anforderungsprofil für Immobilienbesitzer im Internet sucht das Unternehmen Objekte zwischen 600 und 2000 Quadratmeter Fläche, möglichst in 1a-Lage. Pro Jahr will KiK sein Filialnetz um 200 neue Zweigstellen ausbauen.

Auch Heinz Konze kann mit KiK gut leben. "Schließlich haben wir ja hier in Repelen sogar noch einen Juwelier und andere gute Fachgeschäfte."

(RP)