Moers: Einzelhändler bitten Bürgermeister um Hilfe

Moers : Einzelhändler bitten Bürgermeister um Hilfe

Die Händler der Homberger Straße kämpfen erbittert gegen den Niedergang ihrer Straße. In einem offenen Brief bitten sie Norbert Ballhaus um Unterstützung. Sie brauchen die Grafen-Galerie – schnell.

Die Händler der Homberger Straße kämpfen erbittert gegen den Niedergang ihrer Straße. In einem offenen Brief bitten sie Norbert Ballhaus um Unterstützung. Sie brauchen die Grafen-Galerie — schnell.

Nicht verzweifelt, aber doch dringend — so klingt der Brief, mit dem die Interessengemeinschaft Homberger Straße Bürgermeister Norbert Ballhaus um Hilfe in Sachen Grafen-Galerie gebeten hat. Sie fordert Ballhaus auf, alles ihm Mögliche zu tun, um das Einkaufszentrum schnell zu realisieren. Die Händler befürchten Zeitverzögerungen wegen personeller Engpässe im technischen Dezernat. Drei Stellen sind dort nicht besetzt, die Arbeit müssen weniger Mitarbeiter leisten. "Wir hätten die Grafen-Galerie lieber gestern als morgen hier", sagt Werner Peters, Vorsitzender der Interessengemeinschaft.

Statt "hätten gern" hätte Peters eigentlich "brauchen" sagen müssen: Denn von dem Einkaufszentrum, das in den ehemaligen Gebäuden von Horten und C & A entstehen soll, erhoffen sich die Händler eine deutliche Belebung ihrer Straße, die unter den geschlossenen Geschäften zu leiden hat. "Der vermehrte Leerstand von Geschäftsräumen beeinträchtigt das Erscheinungsbild und damit die Attraktivität insbesondere des östlichen Teils der Homberger Straße. Die verbleibenden Geschäfte mussten in den letzten Jahren zum Teil zweistellige Umsatzeinbußen hinnehmen. Diese Abwärtsspirale muss gestoppt werden", schreiben die Händler.

Für einige von ihnen ist die Grafen-Galerie mittlerweile zur letzten Hoffnung geworden. "Wenn man zum Monatsende immer an das Sparbuch gehen muss, um den Mitarbeitern die Gehälter zahlen zu können, dann geht das nur eine Zeit lang", sagt Peters. Was er sagen will: Die gewünschte Belebung ist überlebenswichtig. So weiß Peters von mindestens einem Händler, der erklärt hat, er müsse dichtmachen, wenn die Galerie nicht kommt.

Die Händler an der Homberger-Straße versuchen, auf eigene Faust gegen das tendenziell miese Image ihrer Straße anzugehen: Fast alle beteiligten sich gerade an der Blumenampel-Aktion "Moers blüht", im Advent wird die Homberger Straße — anders als weite Teilen der Innenstadt — weihnachtlich beleuchtet sein. Wenn die Grafen-Galerie kommt — und das auch noch zügig —, "könnte hier an zentraler Stelle ein, auch für auswärtige Besucher interessanter Anziehungspunkt entstehen", gibt die Interessengemeinschaft ihrer Hoffnung Ausdruck. Ein zweiter Anziehungspunkt könnte mit dem gerade verkauften Post-Gebäude an der Uerdinger Straße entstehen.

Bürgermeister Norbert Ballhaus versucht, die Händler zu beruhigen: "Ich kann die Sorgen der Interessengemeinschaft verstehen. Nach aktuellem Stand ist eine Gefährdung des avisierten Öffnungstermins im März 2016 aber nicht erkennbar. Für uns als Stadtverwaltung hat das Projekt oberste Priorität." Derzeit werde der Abbruchantrag der Firma CharterHaus geprüft, die Abrissgenehmigung soll noch im Dezember erteilt werden. "Bereits der Abbruch wird die erste von Ihnen und mir erhoffte Signalwirkung für die Entwicklung der Homberger Straße erzeugen", so Ballhaus. Sein Ziel: "Ostern 2016 wollen wir die Grafen-Galerie einweihen."

(RP)
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