„Einwanderung gestalten“: Moers ist Pilotstadt im Land

Moers als Modell fürs Land : „Einwanderung gestalten“: Moers ist Pilotstadt im Land

(got) Es waren vor allem größere Städte, die sich 2017 am Projekt „Einwanderung gestalten – NRW“ beteiligten, zum Beispiel Köln, Wuppertal, Dortmund, Münster oder Bielefeld. Nur zwei Städte waren darunter, die keine Kreisstädte waren.

Neben Dormagen nördlich von Köln Neuss war es Moers. In der Grafenstadt lief das Projekt besonders erfolgreich. Darin waren sich alle Teilnehmer einig, die am Donnerstag zur Abschlussveranstaltung des Projekts ins Martinstift gekommen waren.

Genauso einig waren sie sich, dieses Projekt sei nicht abgeschlossen, sondern habe sich kontinuierlich weiterzuentwickeln. Sichtbar ist es in der neuen „Servicestelle Zuwanderung“. Hinter dieser Anlaufstelle stehen Sandra Zacharias, Suada Redzovic und Demna Sharvanek. „Sie sind mehrsprachig“, berichtete am Donnerstag Beigeordneter Claus Arndt. „Sie können beraten und an die richtigen Ansprechpartner vermitteln.“

Diese Ansprechpartner können zum Beispiel bei der Agentur für Arbeit, beim Jobcenter, bei der Grafschafter Diakonie, beim Caritasverband Moers-Xanten, bei der Arbeiterwohlfahrt, bei Stadt Moers oder beim ehrenamtlichen Netzwerk Moers-Mitte sitzen. „Oft sind verschiedene Akteure anzusprechen“, erläuterte am Donnerstag Projektleiter Robert Klis. „Zum Beispiel wenn eine Mutter mit Kind einen Kindergartenplatz sucht, einen Sprachkurs belegen will und Ausschau nach einer Wohnung hält.“

Dies ist jetzt leichter möglich, weil die verschiedenen Institutionen ebenfalls zentrale Ansprechpartner für Zugewanderte haben und die Ansprechpartner der anderen Institutionen kennen. Zwei Jahre dauerte es, die Strukturen der Ansprechpartner zu synchronisieren. „Es gab einen Lenkungskreis mit 16 Personen aus allen Institutionen“, berichtete Martina Schu. „Dazu tagten sieben Projektgruppen. Rund 150 Personen waren eingebunden.“

Sie begleitete das Projekt wissenschaftlich, das in Moers vom Familienministerium Nordrhein-Westfalen unterstützt wurde, wie in den anderen Städten des Landes. Außerdem erstellt die Unternehmensberatung Kienbaum zurzeit einen Bericht, wie erfolgreich die Modellprojekte waren, die in allen Städten auf die Verhältnisse vor Ort angepasst waren. Ergebnis soll ein Handbuch sein, in dem steht, wie Städte mit unterschiedlichen Strukturen Flüchtlingen die Integration erleichtern können.

Das Familienministerium will dafür im nächsten Jahr 25 Millionen bereitstellen, wie Abteilungsleiterin Asli Sevindim bei einer Podiumsdiskussion sagte, mit der am Donnerstag die Abschlussveranstaltung endete.

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