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Einen Tag lang halfen Behinderte beim Angeln am Moerser Waldsee.

Moers : Geduldiges Warten aufs Anbeißen

Einen Tag lang halfen Behinderte der Lebenshilfe beim Angeln am Waldsee.

Um Punkt elf Uhr fährt der Bus der Lebenshilfe Moers beim Angelheim vor. Die Angler-Interessengemeinschaft (AIG) Rheinpreußen-Meerbeck und der ASV Rheinpreußen Waldsee hatten zum gemeinschaftlichen Angeln eingeladen. Die Begrüßung ist herzlich, es gibt ein paar Umarmungen, denn viele der Menschen mit Behinderung sind nicht zum ersten Mal hier. „Die freuen sich riesig“, sagt Michael Eliab, zweiter Kassierer der AIG, dem die Freude anzusehen ist. Doch bevor das Angeln beginnt, gibt es erst noch Kaffee und Kuchen auf der Terrasse des Angelheims, von der aus man einen schönen Ausblick auf den Waldsee hat.

An einem normalen Sonntag hätte Einlader Detlev Reisenberger dann in Teamarbeit Frühstück gemacht und den Rest des Tages gefaulenzt. Mit seiner Freundin und drei anderen lebt er in einer WG mit betreutem Wohnen. Er angelt zum zweiten Mal mit, das Gemeinschaftsangeln findet in diesem Jahr zum 15. Mal statt. „Wir haben extra Forellen reingesetzt“, erzählt AIG-Vorsitzender Herbert Weier, damit die neun Gäste von der Lebenshilfe auch mal größere Fische fangen können.

Tatsächlich: Bevor alle an ihren Angelplätzen sind, hat der erste Fisch angebissen. Reisenberger hat zuerst weniger Glück. Er angelt zusammen mit Vereinsmitglied Patrick Cerecki und behält einen Ring im Auge. Wenn der sich bewegt, heißt dass, das ein Fisch am Haken hängt. Alle Gäste bekommen Unterstützung von Vereinsmitgliedern. „Ich helfe gerne“, sagt Patrick Cerecki.

Was am Angeln so toll ist? „Das gemütliche Sitzen“, sagt Reisenberger. Eliab ergänzt: „Die Ruhe, die Geselligkeit, die Gemeinschaft“, und Reisenberger stimmt ihm zu. „Darauf warten, dass ein Fisch anbeißt… dann gucken, wie groß der ist“, sagt er noch. Zuerst beißt aber ein junges Blässhuhn an, das die Angler nicht fangen wollten. Sie ziehen ihm den Haken aus dem Schnabel und lassen es wieder schwimmen. An den Angelplätzen weiter hinten hat ein Team gerade seinen vierten Fisch aus dem Wasser gezogen, da bewegt sich der Ring und Reisenberger beginnt zu kurbeln. Kurz vor dem Ufer macht sich die Forelle los, aber Cerecki hat sie da schon im Kescher. Detlev Reisenberger freut sich: „Das ist mein erster Fisch!“