Moers: Eine Skulptur rollt durch Meerbeck

Moers : Eine Skulptur rollt durch Meerbeck

"Engel der Kulturen" heißt das Projekt, das für ein Miteinander der Religionen und Kulturen wirbt. Am 12. September rollen Moerser Bürger eine Skulptur durch Meerbeck, die für Religionen und den Wunsch nach Frieden steht.

Ein sicht- und fühlbares Zeichen zur Verständigung der Religionen, das soll das Kunstprojekt "Engel der Kulturen" sein, das im September nach Moers-Meerbeck kommt. Symbol dieses Projekts ist ein Kreis: An seiner Innenseite sind die Symbole Kreuz, Stern und Sichel zu sehen, die für Christentum, Judentum und Islam stehen. Sein Inneres erinnert aber auch an die Umrisse eines Engels. Das Projekt, das die bildenden Künstler Carmen Dietrich und Gregor Merten schon 2008 entwickelt haben, wird am 12. September vom SCI nach Moers geholt. Die Schirmherrschaft übernimmt Bürgermeister Norbert Ballhaus, ein Sponsor ist die Sparkasse. Moerser sind schon jetzt aufgerufen, sich an dem Tag an dem Kunstprojekt zu beteiligen.

Schauplatz ist Moers-Meerbeck. "Ein Schmelztiegel der Kulturen", begründet SCI-Geschäftsführer Karl-Heinz Theußen die Wahl des Ortes. Hier finden am 12. September dann auch sämtliche Aktionen statt. Zunächst geht es darum, eine große Skulptur des Kreises (ein Stahlhohlkörper mit einem Durchmesser von 1,50 Meter) durch den Stadtteil zu rollen. Vom Jüdischen Friedhof geht es zur katholischen Kirche St. Barbara, dann zur Moschee an der Römerstraße und zum Schluss zur evangelischen Johanneskirche. Bürger, Vertreter von Schulen oder auch Politiker sollen das Rad von einem Glaubensort zum nächsten bringen. Und damit zeigen, dass man sich gemeinsam in Bewegung setzen muss, um gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus oder Islamfeindlichkeit anzugehen – alleine ist das Rad nur schwerlich zu bewegen. "Wir müssen uns alle in Bewegung setzen. Deshalb suchen wir positive Mitläufer und Mitwirker", sagt SCI-Chef Theußen.

Auf dem Weg von einem Ort zum nächsten soll es dann intensiv zum Austausch über die Religionen kommen. Auch die Stationen an den Gotteshäusern sollen von Moerser Bürgern gestaltet werden: mit Theaterstücken, Gesang oder Vorträgen.

Drei Geistliche der Religionen begleiten die Prozession der etwas anderen Art, sprechen Friedensgebete und zeigen auf diese Weise: "Uns geht es nicht um die Dominanz einer Religion gegenüber den anderen. Das ist ein Treffen auf Augenhöhe", sagt der evangelische Pfarrer Willi Overbeck, der den "Engel der Kulturen" bereits durch halb Europa geführt hat.

Vor der Johanneskirche wird zum Abschluss eine Intarsie im Boden versenkt, die den Ring zeigt – der Umriss-Engel ist dann blau eingefärbt. Außerdem stellen die Bürger selbst mit einem Schneidbrenner die Bodenintarsie für die nächste Stadt her: Bisher rollte das "Engel der Kulturen"-Rad schon durch 50 Städte. Weitere folgen – ganz sicher.

Wer sich an dem Kunst- und Religionsprojekt beteiligen möchte, meldet sich bei Therese Ziegler (SCI) unter 02841 9399144 oder per Mail an therese-ziegler@sci-moers.de. Am 23. Mai, 19 Uhr, findet für Interessierte zudem ein erstes Verbindungstreffen in der Moschee, Römerstraße 605, statt. Anmeldungen sind nicht notwendig.

(RP)
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