Moers: Eine neue Schule für zwei

Moers: Eine neue Schule für zwei

Bald beginnt am Standort Kirschenallee der Neubau eines Grundschulgebäudes, in dem Willi-Fährmann- und St. Marien-Schule gemeinsam untergebracht werden. Problem der Klassenüberhänge noch nicht gelöst.

Der Raum für das Pressegespräch war passend gewählt: Im Lehrerzimmer ließen sich zwei von drei Fenstern bei direkter Sonneneinstrahlung nicht mehr verdunkeln, weil die Jalousien abgerissen sind. Im Zuge der Schulsanierung waren auch die Gebäude der benachbarten Willi-Fährmann-Schule und der St.-Marien-Schule unter die Lupe genommen worden. Ein Sanierung der bestehenden Gebäude wäre sehr teuer geworden, rechnete die Projektgesellschaft Schulsanierung Moers mbH (Prosa) vor. Für die Schulverwaltung der Stadt wäre die Sanierung Unsinn geworden, weil für die zukünftig zurückgehenden Schülerzahlen zu viel Raum vorgehalten werde.

Am Standort erhalten

Flugs entstand eine Diskussion, in der beide Schulen um ihre Existenz fürchten mussten – bis im April der Rat einstimmig den Kompromiss beschloss, beide Schulen am Standort zu erhalten: die konfessionelle St.-Marien-Schule zweizügig und Fährmann einzügig – in einem gemeinsamen Neubau. Gestern stellte die Prosa die Pläne der Duisburger Architekten Kersting und Gallhoff für den Neubau an der Kirschenallee 100 vor. Prosa-Vorstand Heinz A. Janßen lobte den Entwurf als schön, modern und zeitgemäß, der vom Brandschutz, energetisch und barrierefrei auf der Höhe der Zeit sei.

Frank Kluck, technischer Prokurist Prosa, umschrieb den Neubau als Modulbau, der sich an das Ogata-Gebäude anschließt. Jeder Klassenraum ist ein separater Bauteil mit Garderobe, das flachgeneigte Dach soll begrünt werden. Die beiden Klassenraum-Achsen laufen auf Forum zu, ein heller Stahl-Glas-Bau mit Solar-Dach. Dort ist auch die Verwaltung untergebracht, mit Doppelprogramm für Sekretariat und Schulleitung, aber nur einem Lehrerzimmer – das bei Bedarf unterteilt werden kann. Der Gang zwischen Forum und Verwaltung ist gleichzeitig auch als eine Bühne zu nutzen. Die Bauarbeiten sollen Oktober/November beginnen und September/Oktober 2009 abgeschlossen sein.

Für 3,6 Millionen Euro sind dann 1720 Quadratmeter Schulraum geschaffen worden. So sehr sich die Schulleiter Dorothee Benger (St. Marien) und Norbert Schulz auch auf den Neubau freuen, bereitet ihnen eine Übergangszeit von drei Jahren Kopfzerbrechen. Denn dann haben sich einen Klassen-Überhang und keine Räume dafür. Erster Beigeordneter Hans-Gerhard Rötters sicherte ihnen zu, gemeinsam eine kreative, alle zufrieden stellende Lösung dafür zu finden.

(RP)