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Moers: Ein Leben zwischen zwei Kulturen führen

Moers : Ein Leben zwischen zwei Kulturen führen

Zur internationalen Woche spielt der Literaturkurs der Anne-Frank-Gesamtschule das Stück "Das Leben des Osman".

Osman beherrscht die "doppelte Halbsprachigkeit" perfekt. Ein bisschen Deutsch mit türkischem Akzent, ein bisschen Türkisch gespickt mit deutschen Schimpfworten. "Das Leben des Osman" spielt sich auf jeden Fall zwischen den Kulturen ab. Das gleichnamige Theaterstück von Baris Ucak präsentiert Integration in Deutschland "live" – in Form einer Revue-Komödie.

Im Rahmen der Internationalen Woche der Anne-Frank-Gesamtschule Rheinkamp sollen die Migrantenkulturen an der Schule und im schulnahen Umfeld mit der Inszenierung gewürdigt werden – mit dem Theaterstück, das vom Literaturkursus der Stufe zwölf präsentiert wird, gelingt das auf eine witzige Art und Weise. "Das Leben des Osman" ist eine Revue-Komödie mit Szenen aus dem Leben eines türkischen Gastarbeiters und seines Sohnes Osman (gespielt von Yasin Köksal) von 1962 bis 2013.

Das Stück zeigt in verschiedenen Alltagssituationen und Lebensabschnitten die wesentlichen Problematiken der türkischen Migranten. Vom Streit auf dem Schulhof, über den Elternabend bis hin zur Wohnungssuche – sowohl mit Sensibilität als auch mit einer ordentlichen Portion Humor wird das Thema "Integration" in dem Stück von Baris Ucak aufgegriffen.

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Die episodenhaften Situationen sind aus dem Leben gegriffen, die beim Publikum nicht selten ein zustimmendes Nicken hervorriefen. "Seitdem wir unsere türkischen Nachbarn haben, haben wir keinen Sonntag mehr Ruhe. Und dieser Geruch nach Knoblauch überall, und die türkische Musik – als würde jemand sterben", nörgeln die Nachbarn im Hausflur. Die Klischees, die von den Schülern auf der Bühne aufs Korn genommen werden, werden vom Publikum in der voll besetzten Mensa der Schule in schallendes Gelächter verwandelt. Das Stück bleibt jedoch nicht an oberflächlichen Lachsalven hängen, sondern bringt das Publikum auf intelligente Weise zum Nachdenken.

So manches Mal bleibt das Lachen im Halse stecken. Ein Stück mitten aus dem realen Leben, mit sozialkritischen Seitenhieben und einer brisanten Sichtweise. Heute ist das Stück in der Mensa der Anne-Frank-Gesamtschule um 17.30 Uhr zu sehen. Im Anschluss an die Aufführung spricht Özlem Ipiv, Projektleiterin "Chance Hoch2" über Aspekte der Integration in unserer Gesellschaft und über ihren persönlichen Lebensweg.

Morgen beginnt das Stück ebenfalls um 17.30 Uhr. Im Anschluss gibt es eine Podiumsdiskussion mit der Dokumentarfilmerin Selver Kabak.

(RP)