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Moers: Ein Leben für die Physik und für den Basketball

Moers : Ein Leben für die Physik und für den Basketball

Max Middeldorf ist 16 Jahre alt. Bereits jetzt spielt er für die Regionalliga-Basketballer der BG Lintfort und absolviert neben der Schule zusätzlich ein Probestudium der Physik.

Auf den ersten Blick wirkt Max Middeldorf wie ein ganz normaler Jugendlicher. Der 16-jährige Moerser besucht die elfte Klasse des Gymnasiums Rheinkamp, seine Leistungskurse sind Mathe und Chemie. In eineinhalb Jahren wird er seine Abiturprüfungen ablegen müssen. In seiner Freizeit hat er sich mit Leib und Seele dem Basketballsport verschrieben und ist daher bei der BG Lintfort (BGL) aktiv.

Erst bei genauerer Betrachtung fällt auf, dass er sich dann doch in gewisser Hinsicht von Gleichaltrigen unterscheidet. Denn Middeldorf beherrscht das Spiel mit dem orangenen Leder bereits jetzt so gut, dass er trotz seiner jungen Jahre für die erste Herrenmannschaft der BGL aufläuft. Und nicht nur das: Zusätzlich zum Schulalltag absolviert er ein Probestudium der Physik und des Nano-Engineering an der Universität Duisburg-Essen. Mit 16 Jahren, wohlgemerkt.

Der Umgang mit Zahlen und Formeln fiel ihm immer schon leicht. "Mathe hat mir schon immer gefallen. Dann bin ich durch Zufall an Stephen Hawkings Buch ,Eine kleine Geschichte der Zeit' geraten. Das habe ich förmlich verschlungen. Ab diesem Zeitpunkt war klar, dass ich auch beruflich in die Physik möchte", erzählt Middeldorf. Als im vergangenen Schuljahr die Universität Duisburg-Essen ihre Probestudien an seiner Schule vorstellte, sah er die Chance, sich intensiver mit seinen Zukunftsplänen auseinanderzusetzen. "In der Physik gibt es so viele verschiedene Richtungen, ich wollte alles erst einmal näher kennenlernen und mir ein genaueres Bild davon machen."

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Daher entschied er sich letztlich auch für das Probestudium in Duisburg. Nun büffelt er donnerstags von 16 - 18 Uhr und samstags von 10.30 - 13.30 Uhr physikalische Formeln, hört Vorlesungen und bearbeitet Übungsblätter. "Die Inhalte decken sich mit dem Stoff der ersten beiden Semester von ,normalen' Studenten. Bestandene Klausuren kann ich mir zudem anrechnen lassen, falls ich irgendwann ein reguläres Physikstudium aufnehme." Donnerstags ist er nachmittags vom Schulunterricht befreit, um rechtzeitig mit Bus und Bahn zur Uni zu gelangen. "Allerdings gilt diese Regelung nur, solange meine Noten stimmen und ich den verpassten Schulstoff nachgeholt bekomme." Damit hat er allerdings bislang keine Probleme, denn andere Hobbys sind für ihn momentan tabu. "Ich muss Prioritäten setzen. Aber ich mache das ja, weil ich es möchte und nicht weil ich es muss."

Die einzige Ausnahme stellt der Basketball dar. Seit seinem sechsten Lebensjahr schnürt Middeldorf seine Schuhe für die BGL. Bereits im Alter von 14 spielte er für die zweite Herrenmannschaft und konnte auch in der U18 für Furore sorgen. Im vergangenen Jahr ergatterte der Aufbauspieler dann erstmals einen Platz im Kader der ersten Herrenmannschaft, trainiert seitdem regelmäßig beim Regionalliga-Team mit und feierte in der Partie gegen den Rhöndorfer TV vor knapp zwei Wochen sein Debüt. Dennoch läuft er weiterhin auch für die Reserve sowie die U18 auf. "Dreimal in der Woche gehe ich abends trainieren, am Wochenende stehen dann noch die jeweiligen Ligaspiele an." Die zeitliche Vereinbarkeit von Studium und Sport ist allerdings mitunter schwierig: "Neulich musste ich nach der Vorlesung schnell zu meinem Vater ins Auto springen, dann ging es nach Dortmund zum U18-Spiel, danach zum Herren-Pokalspiel nach Hilden. Ohne Unterstützung meiner Eltern würde das alles nicht funktionieren."

Seine Eltern tun was sie können, müssen beizeiten aber auch dafür sorgen, dass ihr Sohn nicht die richtige Balance aus den Augen verliert: "Klar unterstützen wir ihn. Er will es halt richtig machen. Aber manchmal müssen wir ihn dann auch bremsen. Max bekommt hier zu Hause keine Extrawurst, er hat es sich ja selbst so ausgesucht", sagt seine Mutter Marita.

(p-m)