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Moers: Ein Herzens-Beruf

Moers : Ein Herzens-Beruf

Vor einigen Jahren berichtete der Grafschafter über einen Nachwuchsmusiker, der als "Wunderkind" zu größten Hoffnungen Anlass bot: Matthias Alexander Bruns. Heute ist er erfolgreich als Orchester- und Kammermusiker aktiv.

Matthias Bruns' Musikerlaufbahn hat früh begonnen: Mit fünf Jahren erhielt er seinen ersten Geigenunterricht nach der Suzuki-Methode, mit zehn wusste er bereits: "Ich möchte Musiker werden." Von Moers wechselte er zu Rudolf Gaehler, dem Ersten Konzertmeister der Beethovenhalle Bonn, und zu Professor Mintcho Mintchev. Obwohl das Üben "nicht so wirklich sein Ding" war, erfüllten sich die frühen Hoffnungen bald. Schon mit 15 Jahren wurde Matthias Bruns als Jungstudent an der Folkwang Hochschule Essen aufgenommen, wo er parallel zum Abitur bei Prof. Pieter Daniel und Anette B. Vogel studierte.

Der Heimat treu geblieben

Nach der Schulausbildung und einem Jahr Wehrdienst beim Stabsmusikkorps der Bundeswehr nahm der junge Geiger, inzwischen auch erster Preisträger beim Bundeswettbewerb Jugend musiziert, sein Hauptstudium an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf auf. Meisterkurse bei so namhaften Professoren wie Hermann Krebbers, Pinchas Zukermann, Valery Gradow oder Rosa Fain lieferten weitere Impulse. Noch kurz vor dem Examen bekam der junge Geiger eine Stelle bei den Duisburger Philharmonikern, was eigentlich ungeplant war: "Ich hatte eigentlich noch vor, im Ausland weiter zu studieren. Ich bin dann aber der Heimat treu geblieben und habe zwei Jahre später erneut ein Probespiel bei den Duisburger Philharmonikern gemacht und bin zum Stimmführer der 2. Violinen gewählt worden", erzählt er. Diese Position übt Matthias Bruns bis heute mit, wie er sagt, "großer Freude" aus. Im vergangenen Jahr wurde er zudem ins Orchester der Bayreuther Festspiele berufen, was als besondere Ehre gilt. Als ein Mensch, der die große melodische Linie liebt, ist Matthias Bruns mit Überzeugung und Hingabe zweiter Geige." Ich mag es, als 2. Violine bestimmte Stellen hervorzuheben, die halt eben nicht ganz so offensichtlich sind wie die großen Melodiebögen der 1. Geigen, und teilweise sind die Begleitfiguren in der 2. Stimme schwerer und vor allem anstrengender." Aber bei seinen Gastauftritten in anderen Orchestern wie dem Kölner Kammerorchester, mit dem er regelmäßig arbeitet, oder im Ensemblespiel zum Beispiel mit dem Mercator-Ensemble, das er 2008 mit Orchesterkollegen gründete, spielt er dann doch gern auch mal "die 1. Geige". Zusätzlich zum aktiven Musizieren hat er vor zwei Jahren angefangen zu unterrichten – sowohl Privatschüler wie gelegentlich an der Orchesterakademie Dortmund und beim Landesjugendorchester NRW. Matthias Bruns hat alles erreicht, was andere Musiker sich wünschen und er hat es nie bereut, den Weg des Berufsmusikers eingeschlagen zu haben.

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"Ich liebe meinen Beruf von ganzem Herzen und kann mir nichts Schöneres vorstellen", versichert er. Aber Träume bleiben trotzdem. Die haben nichts mit der Geige zu tun, sondern mit dem Dirigieren: "Es ist schon lange ein großer Wunsch von mir, auch in dieser Richtung tätig zu werden." Ein bisschen Zeit will er sich damit noch lassen, denn "dazugehört einfach auch eine gewisse Reife". Aber wer weiß – vielleicht gibt es in ein paar Jahren im Grafschafter ein Da capo mit dem Dirigenten Matthias Bruns.

(RP)