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Ein deutscher Doktor aus Moers hilft in Tansania

Moers : Ein deutscher Doktor hilft in Tansania

Die „Germany Doktors“ sind gefragt. Einer dieser Mediziner ist Martin Bongartz, Orthopäde und Unfallchirurg am Krankenhaus St. Josef.

Seit 2015 schon ist der sozial engagierte Arzt mit einer mobilen Krankenstation für einige Wochen im Jahr in Afrika ( Tansania, Uganda, Sansibar) unterwegs, zusammen mit seinem Jugendfreund, dem Zahnarzt Martin Jörgens. Ihr Anliegen: Sie wollen die medizinisch-dramatische Unterversorgung und die Lebensumstände der ländlichen Bevölkerung verbessern.

Martin Jörgens hat das Projekt „Dental Specialists“ gemeinsam mit internationalen Humanmedizinern, den „Daktari for Maasai“, bereits 2012 ins Leben gerufen und Martin Bongartz mit ins Boot geholt. „Er hat mich gebeten, die internistischen Belange zu übernehmen“, sagt Bongartz. „Für mich eine Herausforderung, aber auch eine ebenso dankbare wie verantwortungsvolle Aufgabe.“

Die Not, das Elend und die Hilflosigkeit der Menschen habe sie berührt. Ihr Entschluss: Hier müssen wir aktiv werden, müssen helfen und einen Weg finden, das Problem zu lösen. „Unsere Stationen und die Angebote sind begehrt“, schildert Bongartz die Lage. Die aufgeschlagenen Zelte seien stets umlagert und die Menschen „warten geduldig auf ihre Behandlung.“ Es gebe viele Verletzungen, Brüche, die oft auch nur mit örtlicher Betäubung behandelt werden könnten.

„Natürlich können nicht alle Probleme gelöst werden, die Dankbarkeit und das grenzenlose Vertrauen der einheimischen Bevölkerung aber sind für uns eine Bereicherung,“ erzählt der Mediziner.

Auch in Uganda ist Bongartz im Einsatz und versucht, den Menschen dort mit den ihm zu verfügbar stehenden Mitteln zu helfen. Intensiv unterstützt wird er dabei von der Moerser Krankenschwester Antje Lohbeck, die an der zentralen Aufnahme in St. Josef tätig ist. „Hier haben wir im vergangenen Jahr rund 1600 Menschen mit Erfolg behandeln können“, so der Moerser Arzt. Die „Celebrate hope Germany“ unterstützt das Projekt finanziell.

Auch um einen 25 Jahre alter Fußballer in Sansibar macht sich Martin Bongartz Gedanken. Für ihn ist nach einem Unterschenkelbruch eine aufwendige Operation erforderlich. Hier sucht er eine entsprechende Klinik, die den Fall behandelt – vor allem aber sucht er Spender.

Martin Bongartz hat sich von früher Jugend an sozial engagiert. Bereits als Gymnasiast plante und organisierte er Jugend-Freizeiten für Sommer und Winter, vor allem in der Schweiz.

25 Jahre leitete er das Team für die Gemeinde St. Josef. Heute ist er Oberarzt in der Abteilung Orthopädie und Unfallchirurgie im Krankenhaus St. Josef. Das Krankenhaus unterstützt seinen Einsatz und das Unternehmen mit medizinischen Geräten und Arzneien – und bekommt hohe Wertschätzung

Die Welt der Berge hat den heute 50-Jährigen immer schon fasziniert. Sie führte den Hobby-Bergsteiger letztendlich auch nach Afrika zum Kilimandscharo – und hier am Fuße des 6000 Meter hohen Bergmassivs in Tansania traf er auch seinen Mitstreiter und Gleichgesinnten, Martin Jörgens, um das Projekt auszuführen.