Kommentar: Ein cleverer Schachzug

Kommentar: Ein cleverer Schachzug

Mehr Beratung und mehr Service in etwas weniger Geschäftsstellen - so beschreibt Giovanni Malaponti, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse am Niederrhein, die Zukunft nach den Geschäftsstellenschließungen. Das klingt nach "halb so schlimm" - und das ist es vielleicht auch. Die Frage ist nur, ob der ältere, nicht mobile und nicht digitale Sparkassen-Kunde in Utfort und Vennikel das genauso sieht. Denn der schätzt, wie wir jetzt wissen, nicht nur klassische Anlageformen, sondern auch den persönlichen Kontakt, im Zweifel in "seiner" Geschäftsstelle. Auf der anderen Seite: Geschlossen werden die am wenigsten frequentierten Standorte - aus wirtschaftlicher Sicht eine nachvollziehbare Entscheidung. Die gute Bilanz des vergangenen Jahres wäre ohne einen bereits vor Jahren eingeleiteten Sparkurs nicht denkbar, sagt Malaponti. Die positive Nachricht mit der schlechten zu verbinden und zu verkaufen, ist in jedem Fall ein cleverer Schachzug.

julia.hagenacker@rheinische-post.de

(RP)
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