Moers: Eick-Ost kämpft für die Robinson-Schule

Moers : Eick-Ost kämpft für die Robinson-Schule

Im Schulausschuss am Montag könnte es heiß hergehen: Die Bürgerinitiative zum Erhalt der Grundschule in Eick-Ost will dann kritische Fragen stellen. CDU und FBG haben der Bürgerinitiative bereits ihre Unterstützung zugesagt.

Einen Baum wollen sie pflanzen, ein Sommerfest feiern. Die Bürgerinitiative zum Erhalt der Robinson-Schule in Eick-Ost hat viele gute Pläne. Der nächste Schritt aber führt sie am Montag gesammelt ins Rathaus zum Schulausschuss. Zu Beginn der Sitzung wird sie dort der Politik kritische Fragen stellen. Zum Beispiel diese: Wie sollen die Kinder die Wege zu den anderen Grundschulen — durch dunkle Unterführung und über die viel befahrene Rheinberger Straße — ungefährdet meistern? Und: Wäre die geplante Schließung der Robinson-Schule überhaupt gesetzeskonform, wenn die Landesregierung fordert "kleine, wohnortnahe Grundschulstandorte zu erhalten"?

"Ich hoffe, dass wir mit gut 20 Leuten dort auflaufen", sagt Georg Schriek. Der Vater eines Sohnes, der die Robinson-Schule besucht, ist stellvertretender Schulpflegschaftsvorsitzender und Mitglied in der Bürgerinitiative.

Im Jahr 2018 soll die kleine Grundschule in Eick-Ost auslaufen. Der Beschluss zur Schließung ist Teil eines Sparpakets mit 50 Punkten. 275 000 Euro jährlich will die Stadt damit einsparen. Doch der Widerstand gegen die Schließung hat sich formiert. Im März überreichte die Initiative bereits eine Liste mit 1700 Unterschriften der SPD — mit schönen Grüßen an den Bürgermeister. Tatsächlich wähnen die Kämpfer für die Robinson-Schule viele gute Argumente auf ihrer Seite: Die Grundschule ist Teil eines intakten Stadtteilzentrums: Der Verein für Brauchtum und der Turnverein Eick-Utfort sind in der Schule untergebracht. Ein Kindergarten befindet sich in der Nähe. Die Grundschule genießt einen hervorragenden Ruf. "Sie ist ein Juwel", sagt Schriek von der Bürgerinitiative. "Der Ton dort ist sehr angenehm. Es ist immer jemand ansprechbar. Die Kinder sind dort gut aufgehoben. Die Klassentüren stehen immer auf, und es ist trotzdem ruhig." Das möglicherweise stärkste Argument der Initiative aber sind die Schulwege. Zu den anderen Schulen hätten die Kinder weitere und gefährlichere Schulwege, die über die Rheinberger Straße oder aber eine dunkle Unterführung gehen.

All diesen guten Argumenten stehen allerdings die nüchternen Zahlen gegenüber, die die Robinson-Schule vermutlich auf die Einsparliste gebracht haben: "Im Moerser Norden ist der Rückgang bei den Einschulungen besonders hoch", sagt Harald Hanio, Fachbereichsleiter Schule und Sport. "1995 hatten wir dort noch 400 Einschulungen, 2012 waren es 250, 2020 werden es nach Prognosen noch 175 Einschulungen sein." Die Schüler verteilen sich derzeit noch auf fünf Schulen. Die Anmeldezahlen der Robinson-Schule sind zwar relativ hoch, allerdings kommt etwa nur ein Drittel der Schüler aus Eick-Ost, was wiederum dem guten Ruf der Schule zu verdanken ist. "Der Beschluss ist unter den aktuellen schulgesetzlichen Rahmenbedingungen getroffen worden", sagt Hanio. Eine Bemerkung mit Interpretationsspielraum. Sollten sich beispielsweise auf Grund der Inklusionspläne Forderungen nach einer geringeren Klassenstärke und mehr Räumen ergeben, würden die Karten neu gemischt — auch für die Robinson-Schule

(RP/rl)
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