Ehemaligentreffen in der Kult-Kneipe Röhre in Moers

Ehemaligentreffen in der Moerser Kult-Kneipe: Kellner der Röhre aus 50 Jahren

Jetzt feierten die Servierer: Anlässlich des 50. Kneipengeburtstages kam es jetzt zu einem Ehemaligentreffen der Mitarbeiter.

50 Jahre Röhre in Moers: Das bedeutet vor allem eine Vielzahl an Mitarbeitern und Kellnern. Sogar Uwe Lyko (besser bekannt als Herbert Knebel) soll schon an der Weygoldstraße das Tablett geschwungen haben. Dem Wirt Claudius Albustin ist die Idee zu einem Treffen aber eher auf Umwegen gekommen: „Im Vorfeld hatten mich viele ehemalige Kellner angesprochen, ob sie denn nicht mal wieder aushelfen könnten. Insgesamt waren das dann aber so viele, dass ich ein ganzes Jahr lang Schichten mit Ehemaligen hätte besetzen können. Da ich das leider so nicht realisieren konnte, ist mir die Idee zu diesem Kellnertreffen gekommen. Zum 50-Jährigen bietet sich das ja an. So kommen alte Bekannte und Freunde zusammen, die sich vielleicht schon seit Jahren nicht mehr gesehen haben.“

Schon um 19 Uhr saßen bereits die ersten auf der Terrasse und erzählten sich Anekdoten von damals. Eine genaue Zahl der zu erwartenden Gäste konnte Albustin um diese Zeit noch nicht abschätzen, dafür kenne er auch einfach nicht genug der Kellner, die alle im Laufe der 50 Jahre in der Röhre gearbeitet haben. „Mein Vorgänger ist mal alle Mitarbeiter durchgegangen, die ihm so spontan aus seiner Zeit eingefallen sind – und er kam schon auf um die 250“, erzählt der Wirt, der immerhin 23 Jahre mit an Bord ist und seit elf Jahren zusätzlich seine leitende Position inne hat. „Die meisten Kellner bleiben über vier, fünf Jahre. Die wenigsten sind kurzzeitig beschäftigt. Und da es immer mehrere gleichzeitig sind, kommt da über die Jahre echt einiges zusammen.“

  • Moers : Die Röhre wird 50

Und was macht die Kellner in der Röhre so besonders? Laut Albustin sind das die Persönlichkeiten der Kellner und die guten Chemie untereinander. Es gebe keine katzbuckelnden Pinguine, sondern Menschen, die mit Freude ihre Arbeit machen und auf Augenhöhe mit den Gästen umgehen. Ein Kellner sagte zum Beispiel einmal: „Der Gast ist König, aber ich habe hier das sagen.“

Geschichten gibt es viele, „so wie die des Kellners, der in der Kneipe sein Tablett verloren hat und die Gäste fragen musste, ob jemand sein Tablett gesehen hätte“, lacht Albustin. Und auch die Ehemaligen Danny, Ulli, Friedel und Michael schließen sich bei den Anekdoten an. So gab es einmal einen Kellner, der zu seinem Geburtstag in Bier aufgewogen wurde. Und viele teilen die leidvolle Erinnerung, in den dunklen Keller zu müssen, in dem früher noch Kohle geschippt werden musste. Für Danny war die zentrale Lage der Röhre besonders praktisch, konnte sie doch so nach dem Feiern mit ihren Freunden, auf einen Nachttrunk in die Kneipe, auch wenn diese schon zu hatte. Mit den Worten „hier haben immer alle Schichten Spaß gemacht“, schließt Friedel mit Zustimmung aller ab. Aber nicht nur viele Freundschaften sind im Laufe der 50 Jahre entstanden – sondern auch Beziehungen und sogar Ehen. Die jüngste Röhren-Ehe wurde erst im Juli geschlossen. Und auch der Wirt selbst ist mit seiner ehemaligen Kellnerkollegin verheiratet: „Eines Abends kam sie mit ihren Freunden hier in die Kneipe, etwas widerwillig zwar, aber es schien ihr dann doch gefallen zu haben. Denn als wir sie später fragten, ob sie hier anfangen möchte, bejahte sie. Und so führt eines zum anderen.“

Mehr von RP ONLINE