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Drogenbesitz: Bewährungsstrafe für Kamp-Lintforter

Gerichtsverhandlung in Moers : Drogen: Bewährungsstrafe für Kamp-Lintforter

Ein Kamp-Lintforter wurde vom Amtsgericht Moers zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, weil er wegen Besitzes von Drogen in nicht geringer Menge aufgefallen war. Bewährungsauflage ist eine Drogentherapie.

Am 3. Februar 2019 sah die Polizei auf dem Parkplatz des Panoramabads Pappelsee einen Mann, der bei laufendem Motor in seinem Auto schlief. Sie kontrollierte den Kamp-Lintforter, der damals 37 Jahre alt war und unter Drogen stand. Die Beamten entdeckten im Auto 75 Gramm Amphetamine, die überwiegend in Tütchen mit Druckknopf je 1,3 Gramm portioniert waren. Am Morgen darauf durchsuchte sie seine Wohnung, fand Feinwaagen und viele Portionstütchen mit Druckknöpfen, aber keine weiteren Betäubungsmittel, die aufputschen. Neben dem Besitz von Drogen in nicht geringer Menge vermutete sie auch Drogenhandel. Doch diesen konnte sie dem Kamp-Lintforter, der heute 39 Jahre alt ist, nicht nachweisen.

 Wegen Drogenbesitzes in nicht geringer Menge, mit dem er schon zweimal zuvor aufgefallen war, wurde er am Dienstag vor dem Amtsgericht Moers zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten verurteilt. Das Gericht ging von einem minderschweren Fall ausging. Er bleibt auf freiem Fuß, da die Strafe für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt ist. Der Angeklagte erhielt die Bewährungsauflage, eine stationäre Therapie durchzuführen und zu beenden. Wie er bei der Gerichtsverhandlung sagte, habe er im Frühjahr 2021 Kontakt mit der Drogenberatung der Grafschafter Diakonie in Kamp-Lintfort aufgenommen. Nach mehr als 20 Jahren Drogenkonsum wolle er in die Therapie gehen, versicherte der Kamp-Lintforter dem Gericht. Durch den Amphetaminkonsum leide er an Herzbeschwerden. Außerdem habe der Konsum seine starke Vergesslichkeit verursacht. So begründete der gelernte Bergbaumechatroniker auch, fast eine Stunde zu spät vor Gericht erschienen zu sei. „Ich hatte morgens um acht Uhr einen Termin beim Arzt“, sagte er. „Es ging um mein Herz. Ich hatte den Gerichttermin um 11 Uhr im Kopf, nicht um 9.15 Uhr.“

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Täglich ein bis zwei Gramm Amphetamine zu sich zu nehmen, die rund fünf Euro kosten würden, um sich aufzuputschen, sowie drei bis fünf Flaschen Bier und am Wochenende auch hochprozentige Alkoholika zu trinken, hätten bei ihm neben den gesundheitlichen Probleme auch soziale hinterlassen. Seine Lebensgefährtin, mit der er neun Jahre zusammengelebt hatte, habe sich vor zwei Jahren von ihm getrennt. Er habe seine Wohnung verloren. Und seine Arbeitsstelle sei ihm gekündigt worden, da er dauerhaft krankgeschrieben gewesen sei. Nach der Therapie hoffe er auf einen Neuanfang, sagte er vor Gericht, am besten in einer entfernten Stadt. Nur seinen Sohn werde er ab und zu in Kamp-Lintfort besuchen.