Drillingsfamilie aus Moers: Plötzlich zu fünft

Drillingsfamilie aus Moers : Plötzlich zu fünft

Es war in der achten Schwangerschaftswoche, als die Gynäkologin sagte: „Herzlichen Glückwunsch, Sie erwarten Drillinge.“

Die Nachricht bekam Lisa Möller in der achten Schwangerschaftswoche. „Es sind drei!“, sagte ihre Gynäkologin bei einer routinemäßigen Vorsorgeuntersuchung. Drei Babys! Nicht eines, wie ursprünglich gedacht und geplant. „Im ersten Moment habe ich kurz überlegt, ob die Ärztin einen Witz macht“, erinnert sich die 28 Jahre alte Drillingsmutter. „Dann irgendwann dachte ich: Okay, drei! Ich bin eher pragmatisch veranlagt.“

Linda und Kai Möller mit (v.l.) Nico, Aaron und Isabella. Foto: Norbert Prümen (nop)

Ehemann Kai Möller brauchte ein bisschen länger, um zu realisieren, was für ein großes Wunder seiner Frau und ihm da gerade widerfährt. Die Wahrscheinlichkeit einer Drillingsschwangerschaft auf natürlichem Weg liegt bei 0,01 Prozent. „Trotzdem denkt man im ersten Moment erst mal darüber nach, was damit alles auf einen zukommt“, sagt der 31-Jährige. „Haben wir genug Platz? Genug Zeit? Genug Geld? Brauchen wir ein neues Auto? Eine neue Wohnung? Über so was habe ich nachgedacht. Es hat bestimmt einen Monat gedauert, bis ich das alles für mich sortiert hatte.“ Dann kam die Vorfreude.

Bei Drillingen heißt es nun mal: Alles mal drei. Foto: Julia Hagenacker

Viel Zeit, um sich auf den Nachwuchs vorzubereiten, blieb den Möllers ohnehin nicht. Während eine Schwangerschaft im Normalfall 40 Wochen dauert, rechnen Mediziner bei Drillingen mit durchschnittlich 32 Wochen. Isabella, Aaron und Nico kamen in der 30. Schwangerschaftswoche per Kaiserschnitt zur Welt – in dieser Reihenfolge, mit 1800, 975 und 1800 Gramm. Anschließend blieben die Geschwister sechseinhalb Wochen im Krankenhaus. Seit acht Wochen sind die Möller-Drillinge nun zu Hause  und stellen das Leben ihrer Eltern komplett auf den Kopf.

Baby-Alarm alle vier Stunden, 24 bis 30 volle Windeln pro Tag, kaum Zeit zum Essen, wenig bis gar keinen Schlaf – das ist jetzt Alltag in der Dreieinhalb-Zimmer-Wohnung in Asberg. „Die Tage vergehen wie im Flug“, erzählt Lisa Möller. „Wenn man Pech hat, fängt das eine Kind an zu schreien, wenn das andere gerade aufgehört hat. Alleine ist man locker eine Stunde lang beschäftigt, wenn man alle drei hintereinander abarbeitet.“ Man müsse sich schon sehr gut organisieren, damit keines zu kurz kommt, sagen die Möllers.

Tatsächlich, betont Kai Möller, wachse man in so einer Situation über sich hinaus und entwickelt ungeahnte Energie. „Aber es ist auch wichtig, sich kleine Freiräume zu schaffen. Ich bin meiner Frau sehr dankbar, dass ich ab und zu abends zum Fußballspielen gehen kann. Diese Zeit für sich steht ihr natürlich auch zu.“

In den ersten turbulenten Tagen des gefühlt komplett neuen Lebens hat den jungen Moerser Drillingseltern auch ihr Beruf geholfen. Beide arbeiten als Heilerziehungspfleger in einem Wohnheim für Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung. Dort haben sie unter anderem gelernt, auch unter Stress und Zeitdruck Ruhe zu bewahren und gelassen zu bleiben. Eine viel bessere Schule für (Drillings-)Eltern gibt es wahrscheinlich nicht.

Hilfreich, sagt Lisa Möller, sei selbstverständlich immer auch der Austausch mit anderen Eltern. „So haben wir zum Beispiel den Tipp bekommen, Spielzeug in unterschiedlichen Farben zu kaufen – für jedes Kind eine andere, damit es kein Gezanke gibt.“

Ein glücklicher Zufall dürfte es da sein, dass es in Moers  gerade ein weiteres frisch gebackenes Mehrlingselternpaar gibt: Till, Johanna und Helena sind die ersten Drillinge, die in diesem Jahr im Moerser Krankenhaus Bethanien geboren wurden. Und mit Mutter Christina und Vater Tobias Ingenwerth sind die Möllers sogar über drei Ecken bekannt. „Wäre doch toll, wenn wir uns mal treffen könnten“, sagt Lisa Möller. Um es gemeinsam zu feiern, das Glück hoch drei.

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