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Moers: Dreirad für ein sauberes Meerbeck

Moers : Dreirad für ein sauberes Meerbeck

Der SCI unterstützt eine Bürgerinitiative, die die Spielplätze in Meerbeck von Unrat zu befreien will

Manchmal fügen Zufälle sich wundersam zusammen. Da ist auf der einen Seite Karl-Heinz Theußen vom Moerser SCI. Der hatte in seinen Werkstätten ein Lastenrad zu einem dreirädrigen Müllmobil umbauen lassen. Er hatte da nämlich so eine tolle Idee für ein Projekt. Dummerweise wurde aus dem Vorhaben dann doch nichts. Dennoch konnte er das Gefährt jetzt einer sinnvollen Verwendung zuführen. Der SCI schenkte den "Tret-Müllwagen"an die Initiative "Sauberes Moers Meerbeck".

Sebastian Wronsky (34) und Sabrina Schimmelpfennig (32), die Sprecher der Saubermacher aus dem Moerser Osten, ließen es sich nicht nehmen, gleich eine Runde auf dem Dreirad zu drehen, das über der Vorderachse eine Vorrichtung zur Aufnahme eines Müllsacks besitzt. "Das ist schon was anderes, als mit Müllsäcken auf dem Rücken durch den Stadtteil zu laufen", sagt Wronsky. Die beiden Sprecher sind Eltern von Kleinkindern. Beide hatten sich über die zunehmende Vermüllung vor allem auf den Spielplätzen im Stadtteil geärgert und eine Selbsthilfeaktion ins Leben gerufen. "Die Bergleute haben früher auch am Wochenende die Straße gekehrt, bis alles sauber war. Diesen Geist wollen wir wiederbeleben", sagt er.

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Regelmäßig machten sich die beiden auf, um achtlos entsorgten Müll aus dem Gebüsch oder von den Spielplatzflächen zu klauben. Bis zu acht Säcke am Tag seien so zusammengekommen. "Wir haben hier zum Teil frisch renovierte Spielplätze. Da war es doch eine Schande, sie so verkommen aussehen zu lassen", sagt Wronsky. Inzwischen haben sich mehrere Meerbecker zu der Initiative hinzugesellt. Den gesammelten Müll holt die Enni ganz unbürokratisch ab und entsorgt ihn unentgeltlich. Diese Initiative passt genau in das Konzept des "Forums Neu:Meerbeck", das als bürgerschaftliche Vertretung des Stadtteils die Arbeit des "Integrierten Handlungskonzepts Neu:Meerbeck" begleiten will. Unter diesem Namen läuft in Meerbeck ein soziales Städtebauförderprogramm, in das Millionen an Landesmitteln fließt. Ziel: Eine Erneuerung des Stadtteils und Stärkung seiner sozialen und kulturellen Strukturen. Dabei soll der Eigenbeteiligung der Bürger an dem Entwicklungsprozess besondere Bedeutung zukommen. Das Forum Neu:Meerbeck versteht sich als Sammelbecken der Initiativen und Gruppen im Stadtteil.

Zum einen werde man sich bei den zentralen Punkten des Handlungskonzepts einschalten, erläuterte Forums-Sprecher Dieter Zisenis. Dazu gehöre etwa die Entwicklung eines "grünen Zentrums Meerbeck". Aber man habe auch schon Hinweise von Anwohnern auf kleinere Verbesserungsmöglichkeiten aufgegriffen, etwa auf die Öffnung des Friedhofs zum Parkplatz Blücherstraße hin oder auf den Bau eines Urinals am Kiosk Blücher-/Lindenstraße.

Das Forum will die einzelnen Initiativen miteinander vernetzen und arbeitet dabei eng mit dem Stadtteilmanager zusammen. So hat die Initiative unter anderem Kontakt mit den "Munteren Männern Meerbeck" gewonnen, in der sich vorwiegend ältere Bürger zusammengeschlossen haben. Sebastian Wronsky und Sabrina Schimmelpfennig haben durch ihre Aktion erfahren, dass gutes Beispiel Schule macht. Wronsky: "Seitdem wir angefangen haben, aufzuräumen, ist der Müllanfall deutlich weniger geworden."

(RP)