Drei Pilger aus Moers nach Santiago de Compostela

Gott und die Welt: Drei Pilger nach Santiago de Compostela

Mitglieder des Kirchenvorstands von St. Josef Moers sind 100 Kilometer auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela gewandert.

„Ich bin dann mal weg“ – das sagten vor wenigen Wochen auch drei ehrenamtlich engagierte Mitarbeiter des Kirchenvorstandes von St. Josef: Wilhelm Scherschlicht, Karl-Heinz Feltges und Georg Laus. Sie kannten den Titel, kannten das Buch, in dem Hape Kerkeling seinen eigenen Pilgerweg nach Santiago de Compostela beschrieben hat. „Das hat unsere Neugierde geweckt“, sagt Georg Laus. „Und gab letztendlich auch den Impuls zur Nachahmung.“ Nach intensiver Vorbereitung.

Die Moerser schlossen sich dann der Wallfahrt des Bistums Essen an, das anlässlich seines 60-jährigen Bestehens dazu eingeladen hatte. Ihre Pilgerreise begann danach im spanischen Sarria am Jakobsweg – und erstreckte sich über rund 100 Kilometer. Täglich wurden etwa 30 Kilometer zurückgelegt. Es war aber nicht das Abenteuer, das sie lockte, es war der Weg dorthin, der Pilgerpfad zu den Reliquien des Apostels Jakobus, der sogenannte Jakobsweg, auch El Camino genannt.

Die erlebnisreiche Reise wurde begleitet von Hochs und Tiefs, die in schneller Folge wechselten. Mal eine bezaubernde Landschaft mit weiten grünen Weinbergen, wogenden Laubwäldern, einer bunten Blumenpracht und den schneebedeckten Gipfeln einer majestätischen Bergwelt. Dann aber wieder steile erbarmungslose Aufstiege und gefahrvolle Abstiege. Die Moerser Pilger erzählen auch von der Begegnung mit den Zeugnissen einer Jahrhunderte alten Geschichte, die diese Straße geprägt hat. Sie ist Weltkulturerbe. „Die Vergangenheit wird hier auf Schritt und Tritt lebendig und in vielen prachtvollen Formen sichtbar“, erzählt Wilhelm Scherschlicht. Kaum irgendwo sonst finde man eine solche Fülle romanischer Kirchen mit unbeschreiblich schönen Innenräumen.

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Beeindruckend für das Team auch der Besuch einer kleinen Kapelle, die der Heiligen Teresa von Avilla gewidmet ist. Gerade aber auch der Gedankenaustausch mit den Menschen, die ebenfalls auf dem Weg zum Grab des Apostels Jakobus sind, ist nach den Erfahrungen des Trios ein unverzichtbares Element. Man habe Zeit füreinander – und für das Gebet. Der Rhythmus des Laufens tue Körper, Geist und Seele gut. „Wer sich einmal auf den Weg nach Santiago, auf den Camino, gemacht hat, für den bedeutet das ein bleibendes Erlebnis mit vielen emotionalen Momenten“, sagt der Wallfahrtsleiter Michael Dörnemann. Und für Wilhelm Scherschlicht steht am Ende der herausfordernden Reise eine neue Entdeckung fest: „Es ist die Entdeckung des eigenen Ich.“

Erhebend für die Reisegruppe auch das Finale, die Festmesse in der Kathedrale von Santiago zu Ehren des Heiligen Jakobus, berichtet Karl-Heinz Feltges. In seiner Predigt habe der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck gerade auch die „Dynamik und die Entschiedenheit der Pilger angesprochen, sich aus dem Alltäglichen hinaus in das Ungewöhnliche zu begeben.“ Entlang des Jakobsweges gibt es viele Herbergen, Hotels und Klöster, die Übernachtungen anbieten. Mit dem Pilgerpass kann man in den Herbergen und Klöstern kostenlos übernachten. Sie werden von der Jakobusbruderschaft betreut. Die Moerser besitzen nach ihrer Rückkehr Pilgerpässe gleich mit einer ganzen Reihe von Eintragungen – und sie werden in Ehren gehalten, zusammen mit der Jakobsmuschel.

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