Drei Moerser werden wegen bandenmäßigen Cannabishandels angeklagt.

Verfahren gegen die drei Männer eröffnet : Familie soll mit Cannabis gehandelt haben

Ein Moerser (56) soll mit zwei Söhnen Marihuana im Keller angebaut haben. Die Ermittler fanden auch Waffen.

Drei Moerser müssen sich seit Mittwoch vor Gericht wegen bandenmäßigen Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in vier Fällen verantworten. Ein Moerser (56) und zwei seiner Söhne hatten laut Anklage professionell Cannabis im eigenen Keller angebaut. 2,8 Kilogramm soll die Familie zwischen Februar 2016 und April 2017 geerntet und gewinnbringend verkauft haben. Die Ermittler fanden bei einer Durchsuchung 112 erntereife Cannabispflanzen und weitere Drogen. In der Einliegerwohnung des jüngeren Sohnes wurden laut Anklage außerdem zwei Gasschusswaffen, ein Schlagstock mit Gassprayfunktion und ein Dolch sichergestellt.

Am ersten Prozesstag ließ einer der Söhne (31) durch seinen Anwalt mitteilen, dass er die Plantage alleine aufgebaut habe. Er, der früher bis zu zehn Gramm Cannabis am Tag geraucht habe, sei arbeitslos gewesen und wollte aus seiner Langeweile heraus keine größeren Straftaten begehen. Deshalb habe er sich in sozialen Netzwerken über den Anbau von Marihuana informiert und sein Wissen dann im Keller des Elternhauses angewendet. Vater und Bruder (36) hätten das geduldet, seien aber nicht glücklich mit der Situation gewesen. Den Waffenbesitz räumte B. ein, äußerte sich aber nicht weiter dazu.

Der Vater (56) bestätigte die Aussagen seines Sohnes. Er habe sich ja auch gewünscht, dass der Sohn, der in einer Einliegerwohnung im Elternhaus lebte, etwas anderes mit seiner Zeit anfange, ließ er über seine Anwältin verlauten. Die Chatverläufe seines Sohnes sprechen dagegen: Beim Messengerdienst Whatsapp hatte der 31-Jährige immer wieder im Zusammenhang mit dem Cannabishandel seinen „Vadder“ oder „Vadda“ erwähnt. In einer Nachricht, die Richter Johannes Huismann vorlas, hieß es, der „Vadder“ habe schon Angst gehabt, ein Kumpel sei „gepackt“ worden, weil er sich nicht mehr gemeldet habe. Seine Anwältin fragte einen Kriminalhauptkommissar im Zeugenstand, ob ihm bewusst war, dass die umgangssprachliche Bezeichnung „Vadder“ nicht unbedingt eine verwandtschaftliche Beziehung ausdrücke. Schließlich gebe es die Sitte, Menschen als „Bruder“ zu bezeichnen, obwohl es sich bei ihnen nicht um Verwandte handle. Der Ermittler blieb bei seiner Interpretation: Bei der Bezeichnung handle es sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit um den 56-Jährigen Angeklagten.

Der andere Sohn will ebenfalls nicht mit Cannabis gehandelt haben. Er lebe in Duisburg und habe seine Familie höchstens einmal im Monat besucht, sagte sein Verteidiger. Dabei habe er zwei oder drei Mal gesehen, dass sein Bruder Drogen anbaut. Mehr nicht. Auffällig ist, dass dieser Sohn sowie der Vater etliche Vorstrafen haben. Der Sohn, der die Schuld auf sich nahm, hat bislang nur ein kleineres Delikt begangen. Ein Urteil wird für nächsten Mittwoch erwartet.

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