Drei abendliche Rundgänge durch die Historie der Stadt Moers

Freizeit in Moers : Drei abendliche Rundgänge durch die Historie der Stadt

Zum dritten Mal richtet der Grafschafter Museums- und Geschichtsverein mit Partnern eine „Nacht der Geschichte“ aus. Der Kartenverkauf für das Event am 27. Juli läuft.

Es war sozusagen eine Weltpremiere, die erste Nacht der Geschichte in Moers. Nach der Idee von Frank Heinrich, des Schatzmeisters des Grafschafter Museums- und Geschichtsvereins, sind alle Beteiligten stolz, wie das Projekt gewachsen ist. Bereits im ersten Jahr (2017) kamen 250 Menschen, um den Geschichten rund um die Geschichte der Grafenstadt zu lauschen und sie in einer von drei Führungen hautnah zu erleben. Im vergangenen Jahr waren es dann 400 Teilnehmende, und in diesem Jahr ist das Team rund um den Vereinsvorsitzenden Peter Boschheidgen zuversichtlich, die 450 Karten zu verkaufen.

Am 27. Juli gibt es nun also zum dritten Mal die besonderen Streifzüge durch Altstadt, Neustadt, Schloss und Park. Um 19 Uhr starten die drei Rundgänge am Denkmal Luise Henriette vor dem Schloss. Die stolze Kurfürstin selbst wird in edler Robe aus ihrem Leben erzählen. Maddalena Bundzel schlüpft in ihre Rolle und berichtet von ihrer inneren Zerrissenheit zwischen dem Gehorsam gegenüber den Eltern und ihrer Liebe zu einem französischen Hugenotten.

Selbstverständlich geht es auch ins Schloss selbst sowie in den Park, wo der einflussreiche Unternehmer Friedrich Wintgens alias Helge Gebel aus seiner Firmen- und Familiengeschichte berichten wird. Vom 16. Jahrhundert mit Moritz von Oranien reicht der Gang durch die Geschichte bis in die Gegenwart, wenn Museumsleiterin Diana Finkele im Alten Landratsamt aus der wechselvollen Historie des Gebäudes berichtet, das erst kürzlich umfassend saniert wurde.

Entscheidet man sich für Rundgang Nummer zwei, wird es durch Tore und Gassen mit dem letzten Moerser Nachtwächter Franz Stöber gehen, verkörpert von Stadtführerin Erika Ollefs. Vorbei am ältesten erhaltenen Bürgerhaus, dem Peschkenhaus, geht es zu Stadtkirche und Neumarkt, wo die Frage zu klären sein wird, wo genau das beliebte Stadttor Mattorn gestanden hat. Schließlich wird Hans-Helmut Eickschen von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit an jüdische Bürger, Kaufleute und Nachbarn auf der belebten Steinstraße erinnern.

Auch beim dritten Rundgang gibt es fünf Stationen, an denen kundige Führer in historischer Gewandung auf ihr Publikum warten werden. Anne-Rose Fusenig schlüpft diesmal am Haus Rösgen in der Altstadt in die Rolle von Hedwig Wintgens, Ehefrau des Webereifabrikanten Carl Wintgens. Sie berichtet davon, wie die bürgerliche Gesellschaft die Stadt um die Jahrhundertwende geprägt hat. Als waschechter Bergmann in Uniform empfängt Ernst Kausen die Besucher, um von ratternden und staubenden Kohlentransporten von der Zeche in die Innenstadt zu erzählen.

Jeder der drei Rundgänge endet nach rund 90 Minuten wieder am Schloss. Nachdem man sich an historischen Informationen gelabt hat, darf sich jeder am Antipasti-Buffet im Musenhof laben. Dieser Snack ist im Eintrittspreis von acht Euro enthalten, Getränke können erworben werden.

Karten sind beim Grafschafter Museum im Moerser Schloss erhältlich, Telefon 02841 881510.

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