Dozentenkonzert in Moers: Rock, Pop und Jazz im „Aquarium“

Konzert in Moers : Klasse: Rock, Pop und Jazz im „Aquarium“

Im verglasten Foyer der Moerser Musikschule haben Dozenten ein tolles Konzert gegeben.

Rock, Pop und Jazz spielten Dozenten am Samstagabend im gläsernen Foyer der Moerser Musikschule. Sechs Lehrer hatten sich zu einer Band zusammengeschlossen und ein Dutzend Klassiker eingeübt, mit denen sie die Besucher im vollbesetzten Glasfoyer unterhielten. Die Musiker eröffneten das Konzert mit dem rockigen Instrumentalstück „Freeway Jam“ von Gitarren-Held Jeff Beck und der Komposition „Alonzo“ von Cal Tjader, die mit ihren raumgreifenden Vibraphon-Soli eher dem Jazz zuzuordnen ist. Die beiden Beatles-Klassiker „Norwegian Wood“ und „Blackbird“, die den meisten Konzertbesuchern bekannt gewesen sein dürften, spielten die Dozenten in bearbeiteten Versionen von Herbie Hancock beziehungsweise Brad Mehldau, die mit ausgedehnten Improvisationen am Vibraphon und auf dem E-Piano ebenfalls deutliche Jazz-Anklänge aufwiesen.

Das anschließende Instrumentalstück „Frevo“ von Egberto Gismonti, das in einer kleineren Besetzung mit Piano, Vibraphon, Schlagzeug und Bass gespielt wurde, mutete deutlich flotter an als die vorangegangenen Beatles-Bearbeitungen und ebnete den Weg zum Rock-Klassiker „Led Boots“ von Jeff Beck, bei dem die Band dann wieder in voller Besetzung antrat. Spätestens zu diesem Zeitpunkt flüchteten die letzten Kaninchen, die hinter dem Glasfoyer der Musikschule die Abendsonne genießen wollten, vor den kraftvollen Gitarrenriffs und krachenden Schlagzeug-Rhythmen in die Sicherheit ihres Baus, während im Foyer selbst die Temperaturen aufgrund des warmen Wetters, der Glasfassade, der mangelnden Belüftung sowie der einheizenden Musik minütlich anstiegen. So kam es den Besuchern und Musikern sehr gelegen, dass nach dem Lied „Dean Town“ der amerikanischen Funkband „Vulfpeck“ eine Pause Gelegenheit zur Abkühlung bot.

In der zweiten Konzerthälfte, in der Musikschulleiter Georg Kresimon die Rolle des Bassisten übernahm, standen Stückevon Pink Floyd und Stevie Wonder auf dem Programm. Bei den Pink-Floyd-Klassikern „Us and them“, „Brain Damage“ und „Eclipse“, die auf dem legendären Pink Floyd-Album „The dark side of the moon“ zu finden sind, wurde allerdings deutlich, dass die hervorragenden Instrumentalisten der Dozenten-Band, die bis dahin den Gesang übernommen hatten, stimmlich an ihre Grenzen stießen. Da war es durchaus überraschend, dass Gitarrist Alex Welter, der das Publikum bei den beiden abschließenden Stevie Wonder-Kompositionen „Higher Ground“ und „Superstition“ mit seiner ausdrucksstarken Stimme sichtlich begeisterte, nicht viel früher die Gesangsstimme übernommen hatte.

Schade war nur, dass bei dem ausgesprochen abwechslungsreichen, unterhaltsamen und hochklassigen Konzert, bei dem die Besucher mit viel Beifall Zugaben forderten, kaum Musikschülerinnen und Musikschüler anwesend waren, um ihre Dozenten zu unterstützen.

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