Digitale Produktion an Moerser Schule

Bildung am Niederrhein : Digitale Produktion an Moerser Schule

Das Berufskolleg für Technik Moers eröffnet sein neues Schülerlabor mit neuen digitalen Fertigungstechnologien.

„Die heutige Eröffnung unseres Schülerlabors verdanken wir Norbert Thiele aus unserem Haus und Martin Kreymann aus der Hochschule Rhein-Waal. Mit dem Projekt wollen wir den negativen Ruf der Technikberufe entgegenwirken“, sagte Peter Dischhäuser, Leiter des Berufskollegs für Technik in Moers, bei der Eröffnung des ZDI-Schülerlabors (Zukunft durch Innovation) „School-Fablab BC Moers“. Das Labor in Moers ergänzt das ZDI-Zentrum der Hochschule Rhein-Waal in Kamp-Lintfort. „Der Transfer von Wissen ist keine Einbahnstraße, sondern geht immer in eine oder mehrere Richtungen. Deshalb freue ich mich über diese sehr gelungene Kooperation, um unser Wissen zu teilen“, sagte der Präsident der Rhein-Waal Hochschule, Oliver Locker-Grütjen.

Einen hohen Nutzen sah auch Brigitte Timmer aus dem NRW-Ministerium für Kultur und Wissenschaft: „Durch diese Projekte entsteht ein großes Netzwerk zwischen den einzelnen ZDI-Institutionen. Die Schüler haben die Chance, etwas voneinander zu lernen und eventuell verborgene Talente in der Technik oder Naturwissenschaft zu finden“.

Die Idee hinter dem Projekt stammt aus Amerika: Man möchte Schüler für das Thema Digitalisierung sensibilisieren und das Interesse an Technik wecken. Mit 3D-Drucker, Laser-Scanner, CNC-Fräsern, Laser- und Wasserstrahlschneider stellt das Labor in Moers Schülern hochwertige digitale Fertigungstechnologien bereit. Aber nicht nur die digitalen und technischen Aspekte stehen im Vordergrund, auch wirtschaftliche Themen werden abgedeckt. Einen Tag lang können Schüler aus dem Kreis Wesel der Jahrgangsstufen neun bis 13 ein individuelles Produkt planen. Wie in einer realen Firma werden Teams zusammengestellt, die für die Bereiche Design, Kommunikation, Marketing, Technik und Finanzen verantwortlich sind. Eine enge Zusammenarbeit ist dadurch programmiert: Das Design-Team bestimmt die Optik und ist für das Marketing zu ständig. Diese Daten gehen an das Technik-Team weiter. Das Finanzteam ermittelt den Preis und das Kommunikationsteam sorgt für einen reibungslosen Ablauf des Fertigungsprozesses. Die Gruppen werden während ihrer Arbeit von Lehrern des Berufskollegs und Ausbildern aus der Region begleitet. „Unser Projekt heute sind individuell angefertigte Handyhalterungen. Ich bin in dem Finanzteam vertreten. Dort kalkulieren wir den Preis. Mit einer Umfrage haben wir den Durchschnittspreis von 7,80 Euro erhalten. Momentan versuchen wir die Kosten der Produktion und den höchst möglichen Gewinn für uns zu ermitteln“, sagte Schüler Max Kall aus der Sekundarschule Alpen.

Auch Maxs’ Lehrer Stephan Dormann begeisterte sich für das Projekt: „Ich frage die Gruppen immer zwischendurch nach dem Stand. Eine Gruppe sagte dann zu mir: ‚Herr Dormann, wir müssen aber auch mal konzentriert arbeiten‘. Das zeigt, was für eine Begeisterung die Schüler dafür haben“.

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