Die Sammlung Wohlfahrth im Peschkenhaus Moers.

Kunst in Moers : Alles über die Lesenden in der Kunst

Der Kunstverein Peschkenhaus präsentiert die Sammlung Wohlfarth aus Duisburg.

Die neue Ausstellung in der Galerie Peschkenhaus ist auch die Geschichte einer großen Sammelleidenschaft: Seine Eltern haben vor Jahrzehnten den Grundstein gelegt, Sohn Frank Wohlfarth hat die umfangreiche Sammlung seiner Familie vergrößert. Mehr als 300 Grafiken und Originale aus zwei Jahrhunderten befassen sich mit dem Thema „Lesende in der Kunst“. Und das kommt nicht von ungefähr: Frank Wohlfarth stammt aus der bekannten Duisburger Verleger-Familie, zu der unter anderem der Mercator-Verlag gehörte. Vor rund 40 Jahren war zuletzt ein Teil der Sammlung in der Stadtbücherei Duisburg ausgestellt – aber bei weitem nicht so umfangreich wie die Präsentation, die am  heutigen Samstag im ältesten Moerser Bürgerhaus an der Meerstraße um 19.30 Uhr eröffnet wird. Frank Wohlfarth hat aus der Sammlung insgesamt 150 Grafiken und Originale zur Verfügung gestellt. „Ich habe vor drei Jahren damit begonnen, die Sammlung zu strukturieren“, erzählt der Kunstfreund. Im Drei-Punkte-Verlag gab er ein Verzeichnis der umfangreichen Sammlung heraus. Im vergangenen Jahr nahm er dann Kontakt mit dem Kunstverein Peschkenhaus auf, weil er die Sammlung gerne öffentlich vorstellen wollte. „Ich habe 15 Jahre in Moers gelebt. Da fühlt man sich einer Stadt verpflichtet. Und das Ambiente des Peschkenhauses passt zur Sammlung.“ Der Kunstverein nahm das Angebot gerne an: „Wir haben uns schnell dazu entschlossen, da es sich um ein interessantes Thema handelt, das viel Aufmerksamkeit erfordert“, betont Geschäftsführerin Monika Jaklic. In der Sammlung Wohlfarth finden sich Arbeiten von Spitzweg und Pechstein, über Picasso  bis Chagall und Toulouse-Lautrec. Alle ausgestellten Kunstwerke thematisieren die Faszination Buch und die Begeisterung für das Lesen. „Wenn man zu einem Thema sammelt, wird aus dem Sammler bald ein Jäger“, erzählte Frank Wohlfarth am Freitag bei einer  Vorbesichtigung der Ausstellung. Er erinnert sich noch gut daran, wie er als junger Mann Max Pechsteins „Lesendes Mädchen“ in der Auslage einer Galerie entdeckt hatte. „Ich habe gebeten, es für uns zu reservieren, bin dann nach Hause, um meinem Vater von dem Fund zu berichten. Am Abend hing das Bild bei uns an der Wand. Gerade, weil ich es entdeckt habe, ist es mein Liebling.“ Das ältestes Kunstwerk übrigens ist ein Stahlstich und stammt aus 1779.

Die Ausstellung ist vom 20. Januar bis zum 1. März zu sehen.

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