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Moers: Die rasenden Rentner

Moers : Die rasenden Rentner

Am Donnerstag findet in Rheinkamp ein Verkehrssicherheitstag statt. Senioren sollen sicherer im Straßenverkehr werden. Unter anderem gibt es einen Parcours für Elektrofahrräder – die sind im Kommen, aber nicht ungefährlich.

Am Donnerstag findet in Rheinkamp ein Verkehrssicherheitstag statt. Senioren sollen sicherer im Straßenverkehr werden. Unter anderem gibt es einen Parcours für Elektrofahrräder — die sind im Kommen, aber nicht ungefährlich.

Elektrisch betriebene Fahrräder sind im Trend. "Sie machen bereits 30 Prozent aller neu verkauften Fahrräder aus", sagt Volker Vorländer, Vorsitzender des hiesigen Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC). Doch Elektrofahrräder bergen auch neuartige Gefahren für Fahrer und andere Verkehrsteilnehmer.

"Viele Radwege sind für die schnellen Räder nicht ausgelegt", mahnt Vorländer. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch eine Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV). Kritisiert werden vor allem die so genannten Pedelecs, die Geschwindigkeiten bis zu 45 km/h erreichen. Sie würden zu häufigen Überholmanövern von langsameren Radfahrern verleiten, die mit Unfällen mit schweren Verletzungen enden können.

Heute von 11 bis 17 Uhr

Um vor allem ältere Menschen im Umgang mit den neuen schnellen Velos zu schulen, findet heute von 11 bis 17 Uhr im Kulturzentrum Rheinkamp, Kopernikusstraße 11, ein Verkehrssicherheitstag statt. Er wird von der Kreis-Verkehrswacht, der Stadt Moers und der Kreispolizei getragen.

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"Mobil bleiben, aber sicher!" lautet das Motto des Aktionstages. Im Angebot sind ein Aufpralltest mit einem Gurtschlitten, Seh- und Reaktionstestwagen, ein Motorradsimulator und viele Informationen rund um die Mobilität im Alter. Vertreten sind außerdem die "Leitstelle Älter werden" und der Fahrradbeauftragte der Stadt Moers sowie der ADFC Moers.

Der städtische Fahrradbeauftragte Jens Franken ist mit einem Stand vor Ort. Er stellt unter anderem Pedelecs vor. Bisher wurde in die zwei Fahrzeugkonzepte muskelkraftbetriebenes Fahrrad und mit Motorkraft angetriebenes Kleinkraftrad unterteilt. Heute entstehen intelligente Kombinationen beider Konzepte. Diese können die Bezeichnungen Pedelec (Pedel Electric Cycle), E-Bike, LEV (Light Electric Vehicle) oder Elektrofahrrad tragen. Alles sind Fahrräder mit zusätzlichem Elektromotor. Schnelle Pedelecs müssen auf der Straße fahren, und der Fahrer muss einen geeigneten Helm (Motorradhelm) tragen.

"Es ist wie Radfahren mit eingebautem Rückenwind", erklärt Franken den großen Vorteil. Die Radverkehrsexperten sind sich einig, dass die mit der Nutzung von Pedelecs verbundene Steigerung des Radverkehrs als durchaus positiv zu bewerten ist. "Ein Knackpunkt, der bei dem Umstieg auf das Pedelec zu beachten ist, ist das neue Fahrgefühl mit der höheren Geschwindigkeit. Gerade ältere Leute sollten sich ein paar Tage Zeit für die Umgewöhnung nehmen", sagt Franken.

Probefahren mit verschiedenen Pedelecs und E-Bikes von der Fahrräder Hüsch GmbH sind heute genauso möglich wie ein Verkehrssicherheitstraining. Erfahrene E-Biker des ADFC zeigen den sicheren Umgang auf einem Parcours und geben wertvolle Tipps.

Musikalisch wird's zwischendurch auch: Um 14.30 Uhr spielt das Landespolizeiorchester NRW. Kurzvorträge und die Ehrung 37 bewährter Kraftfahrer runden das Programm ab.

(RP/rl)