Die Polizei Moers macht auf dieTricks der Taschendiebe aufmerksam.

Die Polizei in Moers hilft: Keine Chance für Taschendiebe

Kurz vor dem Start der Weihnachtsmarkt-Saison macht die Polizei mit einer Kampagne auf die Tricks der Taschendiebe aufmerksam.

Taschendiebe lieben das Gedränge – in Bahnhöfen, in der Innenstadt, bei Konzerten oder auf dem Weihnachtsmarkt. „Augen auf und Tasche zu“, lautet deshalb der Titel einer landesweiten Aktion, auf die am Mittwoch in der Moerser Innenstadt Polizeibeamte aufmerksam machten. „Wir sprechen gezielt solche Passanten an, aus deren Taschen leicht und schnell etwas zu holen ist“, sagte Wolfgang Clanzett, Kriminalhauptkommissar Abteilung Prävention. Im Hanns-Dieter-Hüsch-Bildungszentrum präsentierten sich zum Auftakt die Beamten zusätzlich mit einem Info-Stand, um auf die Hochsaison der Diebe aufmerksam zu machen.

Zum Auftakt der Aktionswoche der Polizei zur Bekämpfung von Taschendiebstahl informierten sich Moerser über die Tricks. Foto: Christoph Reichwein (crei)

Bereits zum fünften Mal startet die landesweite Aktion in Sachen präventive Beratung. Dass Langfinger nach wie vor Glück haben, zeigen die gemeldeten Zahlen für den Monat Oktober. Elf Mal schlugen sie in Moers zu und erleichterten ihre Opfer um Geldbörsen und Handys. 38 Fälle wurden im Kreis gemeldet.

Vergleichszahlen zeigen: Polizeiliche Arbeit in Sachen Prävention zeigt Früchte. Im Zeitraum Januar bis September 2016 weist die Statistik 399 Fälle für den Kreis aus, 2017 waren es 199 gemeldete Diebstähle. Die Ursachen für den Rückgang sind vielfältig, so Kripoleiter Roland Wolff. Repression und Prävention spielen eine wichtige Rolle. „Wir sind verstärkt mit Zivilbeamten unterwegs, klären wie jetzt die Bevölkerung auf, mit welchen Tricks und Ablenkungsmanövern die Taschendiebe arbeiten.“

Banden reisen aus dem europäischen Ausland wie den Niederlanden, Osteuropa ein oder haben südamerikanische Nationalität. „Sie haben klar aufgebaute Strukturen und genaue Arbeitsprozesse“, so Wolff. Gerade in der gut gefüllten Innenstadt, beim Einsteigen in Bus und Bahn, bei Veranstaltungen wie Weihnachtsmärkten oder Konzerten funktioniert der Drängel- oder Rempeltrick. Ein Täter sorgt beispielsweise beim Buseinstieg durch Bücken oder plötzliches Stehenbleiben für einen Stau. Der zweite Täter greift in die Tasche eines Opfers. Ein Dritter übernimmt das Diebesgut und verschwindet in der Menge.

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Ein weiterer Trick ist das versehentliche Bekleckern mit Senf oder Ketchup. Beim wortreichen Reinigungsversuch erfolgt der Griff in die Tasche des Opfers. Auch bei der Bitte, eine Münze zu wechseln, sollte Skepsis Vorfahrt haben. Meist schlägt der Dieb verdeckt in einem günstigen Augenblick zu und verschwindet mit Geldscheinen.

Ein sensibles Thema, sagt die Polizei, sei auch die Damenhand- oder Umhängetasche. Im Restaurant werde sie über die Stuhllehne gehängt, sei außer Kontrolle und in Sichtweite des Trägers. Die Polizei verschenkt als Präsent neben Info-Material deshalb mobile Taschenhaken, die an die Tischkante angehängt werden, so dass die Handtasche immer in unmittelbarer Nähe bleibt. Wichtig: Nicht allein ältere Mensch stehen im Fokus, sondern alle Altersgruppen. Denn allein die Wiederbeschaffung von neuen Ausweispapieren kostet rund 240 Euro. Versicherungen ersetzen Schäden aus Taschendiebstählen nicht. „Vor allem Jugendliche mit teuren neuen Handymodellen sind das Ziel“, sagt Clanzett.

Neben dem materiellen Schaden bekommt aber oft auch die Psyche der Diebstahlsopfer einen Knacks. Deshalb raten die Beamten: Zum Einkauf oder zur Veranstaltung nur kleine Geldbeträge mitnehmen; Scheckkarte getrennt aufbewahren; Mobiltelefone und andere Wertgegenstände dicht am Körper, am besten in einer Jackeninnentasche, tragen. Das Herrenportemonnaie gehört in die vordere Hosentasche.Bei einem Diebstahl sollte in jedem Fall die Polizei (Notruf 110) benachrichtigt und Anzeige erstattet werden.

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