Die Moersifizierung geht Pfingsten in Moers weiter.

Moers Festival : Die Moersifizierung geht Pfingsten weiter

Eine große Musik-Parade mit Rabatz, Moers Sessions und Konzerte an ungewöhnlichen Orten: Tim Isfort macht die Grafenstadt zur Bühne.

Altes Landratsamt, Stadtkirche, Rokokozimmer und Puppenstube im Moerser Schloss sowie Aktivbad am Solimare: Tim Isfort, künstlerischer Leiter des Moers Festivals, ermöglicht zu Pfingsten ausgewählte Konzerte an ungewöhnlichen Orten in der City. Gleichzeitig bringt er einmal mehr die aktuelle und improvisierte Musik von der Festivalhalle am Solimare in die Innenstadt. „Es soll mir keiner erzählen, er könne mit der Musik des Moers Festivals nichts anfangen. Dieses Jahr findet jeder etwas, das ihm gefallen wird“, erklärte Isfort am Montagabend bei der Vorstellung des „Mörzz Tickets“. Es eignet sich für alle, die das Festival kennenlernen wollen, ohne sich gleich ein Festivalticket für die Halle kaufen zu müssen. Er habe das Programm, so Tim Isfort, stärker kanalisiert und gestraft, so dass in diesem Jahr eine größere Chance bestehe, die Konzerte an den verschiedenen Orten mitzuerleben. Das Festivalteam hat vier Kategorien entwickelt. Die Titel lauten: „Moers Festival ... at the church“, „... at the castle“, „... at the clubs“ und „Moers Festival goes back to school“. So wird das Sun Ra Arkestra am Freitag, 7. Juni, beispielsweise in der Stadtkirche zu hören sein, während die Trondheim Voices ein wenig später in der Kirche St. Josef auftreten werden.

Wolfgang Thoenes, Christoph Fleischhauer, Carmen Weist, Claus Arndt und Tim Isfort stellen das Programm vor. Foto: Anja Katzke

Ein neuer Spielort ist das Alte Landratsamt. Dort will Isfort den alten Filmclub seiner Jugendzeit aufleben lassen. Gezeigt wird zum Beispiel Ernst Lubitschs Film „Die Austernprinzessin“, live vertont von der Flat Earth Society. Dort erklingt außerdem „Untertagemusik“. „Unterwassermusik“ zur Geisterstunde sollen die Festivalbesucher hingegen im Aktivbad Solimare erleben. Für die passende Stimmung sorgt der aktuelle Stadtmusiker Emilio Gordoa. Badehose und Badekappe müssen mitgebracht werden. Drei Konzerte werden an historischer Stelle, nämlich im Schlosshof, stattfinden: Saxofonistin Angelika Niescier spielt dort mit ihrem New York Trio. Ganz andere Musik präsentiert anschließend das Yasei Collective aus Tokio. Das Festivalteam hat für die vier Pfingstfeiertage 33 Programmpunkte im Rahmen des Mörzz-Tickets zusätzlich zu den Konzerten in der Festivalhalle und im Festivaldorf zusammengestellt. Auch im Dorf am Solimare steht eine Bühne. „Sie wird in diesem Jahr im Wechsel mit dem Programm in der Halle bespielt“, berichtete Tim Isfort gestern Abend. Im Festivaldorf gibt es ein Wiedersehen mit Hayden Chisholm, der als Improviser in Residence in Moers gewirkt hat. Er bringt eine Künstlertruppe aus Belgrad mit. Der Händlermarkt wächst weiter. Wie Claus Arndt, Geschäftsführer der Moers Kultur GmbH, berichtete, werden etwa 80 Händler, 20 mehr als 2018, erwartet. Die Moersifizierung der Innenstadt geht weiter mit kleinen Konzerten bei den Geschäftsleuten, es fährt wieder der Festival-Express, und auch das Pianomobil wird an allen Festivaltagen unterwegs sein. Jan Klare kuratiert sechs Moers Session. Fürs Familienprogramm im Schlosspark sorgt Rüdiger Eichholtz. Programm gibt es auf der Parkbühne wird von 15 bis 22 Uhr. „Die Musiker können sich selbst verabreden“, so Eichholtz. Jen Satora wird Manga-Workshops anbieten, das Café Vielfalt sorgt fürs Kulinarische, und die Heidschnucken dürfen gestreichelt werden.

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