Moers: "Die Kinder sind unsere Auftraggeber"

Moers: "Die Kinder sind unsere Auftraggeber"

Karina Göbel ist die neue Verbundleiterin der Gemeinde St. Josef Moers für deren Kindertagesstätten. Dieses Amt hat das Generalvikariat des Bistums erst vor einigen Jahren eingeführt. Es soll auch die zuständigen Pfarrer entlasten.

Karina Göbel sieht sich als Vermittlerin, als Bindeglied zwischen der Großgemeinde St. Josef und den zu ihr gehörenden vier Kitas: St. Josef Stadtmitte, St. Josef Vinn, Montessori Asberg und St. Ludger Kapellen. "Die Kooperation steht im Mittelpunkt meines Aufgabenbereichs", sagt die als erste für die Gemeinde St. Josef beauftragte Verbundleiterin, ein Amt, das das Generalvikariat des Bistums Münster im Jahr 2012 aus der Taufe gehoben hat.

Für die 34-Jährige ist die neue Aufgabe eine große Herausforderung. Sie wurde als Erzieherin und Heilpädagogin ausgebildet und arbeitete bisher in einer Einrichtung für behinderte Menschen. Seit Anfang Oktober engagiert sie sich nun in St. Josef. Für sie sind die Tageseinrichtungen für Kinder unentbehrlich.

"Sie sind Teil unserer Gesellschaft, fördern gleichermaßen Kultur und Solidarität." Die Frage nach einer Verbundleitung ist schnell beantwortet: Mit der Konstitution wird nicht nur der langfristige Erhalt der Kindertagesstätten sicher gestellt, sondern auch seine geistlich-pastorale Einbindung - zudem gewährleistet sie die Entlastung der zuständigen Pfarrer.

"Und zu meinen Aufgaben gehört die Unterstützung der Kita-Leiterinnen, damit sie sich vermehrt den Kindern widmen können", betont Göbel. "Überhaupt haben die Kinder Priorität, sie sind unsere eigentlichen Auftraggeber", sagt sie.

Auf die neue Verbundleiterin wartet nun ein vielfältiges Arbeitsfeld. So zum Beispiel ist sie zuständig für den Bereich Finanzen, für die Kinderpflege, Pädagogik steht ebenfalls auf dem Programm, die Förderung der Sprachförderung, Verwaltungsaufgaben, die Organisation, Information, Statistiken müssen geführt werden, Aufnahmeverfahren stehen an, das Personalwesen, Raumpflege, die Entwicklung des Bildungsstandards, selbst eventuelle Beschwerden werden gemanaget.

Ihr Arbeitsplatz ist das Pfarrbüro der Gemeinde. Die Schaffung der Verbundleitung ist die konsequente Folge der Fusion, der Zusammenlegung der Gemeinden im Jahre 2008, die die Kirchenlandschaft dramatisch veränderte. "Es gibt immer weniger Priester, die einen immer größeren pastoralen Raum zu versorgen haben", erläutert die neue Verbundleiterin. Und zusätzlich seien sie überlastet durch die überbordende Verwaltungsarbeit - gerade auch hinsichtlich der Kindertagesstätten. "Meine Rolle ist es jetzt zu entlasten und die Beanspruchung zu mindern." Die Einrichtungen seien durch die Neuordnung auf eine neue Grundlage gestellt "bleiben aber weiter das Gesicht der jeweiligen Kita; auch die Leiterinnen sind weiterhin für den Tagesablauf verantwortlich."

Und sie bleiben Teil der Gemeinde mit einem Zugang zum christlichen Glauben.

(h-m)