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Moers: Die Camper-Gemeinde richtet sich ein

Moers : Die Camper-Gemeinde richtet sich ein

Gegen Mittag bauten gestern die ersten Besucher vom Moers Festival ihre Zelte auf und stimmten das musikalische Wochenende an. Schon beim Campen im Freibad Solimare herrschte gute Laune.

Ruhe liegt über dem Moerser Festivalgelände. Händler sortieren ihre Waren, die sich dann doch wieder im Wind drehen. Mit Sack und Pack kommen die ersten Camper an und entern die Wiese am Solimare. Mit hochbepacktem Rucksack, dem Fahrrad als Packesel oder es wird der Hackenporsche, sprich Koffer auf Rädern, hinterhergezogen. Camper mit Festivalkarte sichern sich kostenfrei die besten Plätze auf dem noch weitläufigen Gelände. Wer nur campen will, zahlt 50 Euro.

Markus und Bernadette richten sich gerade ein, machen es sich bequem. Mit Isomatte und dem dicken Schlafsack wird das Zelt hergerichtet. "Wir sind nicht mehr die Jüngsten", erklären die beiden aus der Nähe von Trier. "Das Moers Festival ist für uns Pfingsten. Ein Feiertag, so wie es sich gehört. Seit rund 20 Jahren", sagt Markus. Die Musik passe zu ihnen. "Die verrückten Leute, die wir treffen, gefallen uns", sagt Bernadette. Früher kamen die Moerser in den Park zum Campingplatz, "um Hippies zu gucken", erzählt sie lachend. Jetzt gehen die beiden in die Stadt, um Moerser zu beobachten.

Der Campingplatz am Solimare kommt an. "Im Park war es ziemlich schrecklich", erinnert sich Friedhelm, der seit 1976 dabei ist. "Ich bin schon ein alter Knacker, aber finde die Atmosphäre einfach toll." Er ist aus dem Münsterland angereist, um sich in bewährter Runde zu treffen. "Das Ganze ist am Solimare geordneter, und das finde ich gut." Erinnerungen an Übergriffe, Diebstähle und vor allem Camper, die nichts mit dem damaligen Jazzfestival zu tun hatten, kommen hoch. "Die brachten dann ihre eigene Musik mit. Nee, das passte einfach nicht", so der 60-Jährige und meint Teenie-Gruppen aus ganz NRW, für die das Jazzfestival neue Welten eröffnete.

Im Schlepptau ist Konrad, seit 2009 dabei, "weil es sich bewährt hat", erklärt der 34-Jährige. Der Kasten Bier ist parat, die bequemen Klappstühle müssen noch aufgestellt werden. Kühlboxen bieten alle Zutaten für das Frühstück. "Alles andere kriegen wir auf dem Gelände. Wir gehen essen", meint Friedhelm. Bequem ist es um die erfahrene Crew der Festivalbesucher geworden. Auch Campingartikel bieten mittlerweile Komfort.

An anderer Stelle haben sich Christa, Erich, Theo und Erwin eingerichtet. Das erste Bierchen ist geköpft. Aus allen Richtungen von Deutschland reiste die Ü50-Gruppe an. "Wirklich wieder super", heißt es aus der Runde. "Jedes Jahr ist anders. Man weiß nie, was einen vor der Bühne erwartet", so ihr Fazit. In die Halle wollen sie gehen, sich die Projekte ansehen. "Der Konzertplan ist gut." Die Musik interessiert, die Atmosphäre sorgt schon mittags für ein erstes Festival-Feeling. "Wenn wir dann noch Leute treffen, die wir im letzten Jahr kennengelernt haben, ist der erste Tag perfekt", meint Christa.

Völlig entspannt ist Anna (24). Sie hat gerade ihr Examen gemacht und ist zum ersten Mal in Moers dabei. "Ich lass einfach alles auf mich zukommen", erklärt sie. Ihr Freund hat ihr von dem Festival vorgeschwärmt. "Das ist Tradition für ihn, sich hier mit alten Freunden zu treffen." Auf dem Gelände sieht Büdchenbetreiberin Josephine den Campern zu. "Das wird gut", meint sie. In der Kühlung hat sie genügend Getränke stehen.

Allmählich wird es auf dem Gelände voller. "Wir haben mit dem Camping am Solimare gute Erfahrungen gemacht. Die Besucher haben uns ein Sternchen gegeben, auch wegen der sanitären Anlagen. Der Platz ist bewacht, die Atmosphäre passt", sagt Eva Marxen von der Festivalleitung. Ein No-Go ist aber das Grillen mit Holzkohle, es wird kontrolliert. Mit Elektrogrill ist aber alles kein Problem.

(sabi)