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Klingelbeutel: Die Bibel gibt es auch im Internet - lesen muss jeder selbst

Klingelbeutel : Die Bibel gibt es auch im Internet - lesen muss jeder selbst

Lebe das, was du vom Evangelium verstanden hast! Und wenn es noch so wenig ist." -so eine Aussage des Taizé-Begründers Roger Schutz. Wie Recht er doch hat! Heißt nur, dass wir auch zumindest etwas vom Evangelium kennen müssen, dass wir uns mit dieser zentralen Botschaft unseres Glaubens beschäftigen sollten und dass wir in die biblisch-neutestamentlichen Texte auch durchaus hineinschauen dürfen. "Kein Problem" wird so mancher nun denken! Aber dann häufig diese peinliche Situation, wenn ich zu Gottesdienstvorbereitungen in Privathäusern unterwegs bin und wir auf der Suche nach einem passenden Bibeltext beispielsweise für eine Trauung sind: "Ach ja, die Bibel, wo war die noch?!" - Schweigen, Stille, Unbehagen... Hm, doch ganz im Sinne des Vorwortes von Papst Franziskus zur gerade am 21. Oktober 2015 neuerschienenen Jugendbibel Youcat: "Die Jugendbibel, die Ihr aufgeschlagen habt, gefällt mir sehr. Sie ist so bunt, so reich an Zeugnissen -Zeugnisse von Heiligen, Zeugnisse von Jugendlichen - und sie verlockt dazu, dass man vorne anfängt zu lesen und erst auf der letzten Seite aufhört. Und dann...? Und dann versteckt ihr sie. Sie verschwindet im Regal, hinten in der dritten Reihe. Sie verstaubt. Eure Kinder verscherbeln sie eines Tages auf dem Flohmarkt. Nein, so darf es nicht kommen. [...] Ich will Euch etwas sagen: Heute gibt es mehr verfolgte Christen als in den Anfangszeiten der Kirche. Und warum werden sie verfolgt? Sie werden verfolgt, weil sie ein Kreuz tragen und Zeugnis für Jesus ablegen. Sie werden verurteilt, weil sie eine Bibel besitzen. Die Bibel ist also ein äußerst gefährliches Buch. So gefährlich, dass man in manchen Ländern so behandelt wird als würde man Handgranaten im Kleiderschrank horten. Es war ein Nichtchrist, Mahatma Gandhi, der einmal gesagt hat: 'Ihr Christen habt in eurer Obhut ein Dokument mit genug Dynamit in sich, die gesamte Zivilisation in Stücke zu blasen, die Welt auf den Kopf zu stellen, dieser kriegszerrissenen Welt Frieden zu bringen. Aber ihr geht damit so um, als ob es bloß ein Stück guter Literatur ist - sonst weiter nichts.' Was haltet ihr also in Händen? Ein Stück Literatur? Ein paar schöne alte Geschichten? Dann müsste man den vielen Christen, die sich für die Bibel einsperren und foltern ließen, sagen: Wie dumm wart Ihr, es ist doch bloß ein Stück Literatur! [...] Also merkt Euch: Die Bibel ist nicht dazu da, um in ein Regal gestellt zu werden, sondern um sie zur Hand zu haben, um oft in ihr zu lesen, jeden Tag, sowohl allein als auch gemeinsam. Ihr macht doch auch gemeinsam Sport oder geht gemeinsam shoppen. Warum lest ihr nicht zu zweit, dritt, zu viert gemeinsam in der Bibel? Draußen in der Natur, im Wald, am Strand, abends, im Schein von ein paar Kerzen ... Ihr werdet eine gewaltige Erfahrung machen! Oder habt Ihr etwa Angst, Euch mit einem solchen Vorschlag voreinander zu blamieren? [...]"

Und ein kleiner Tipp von mir noch dazu: Wer gerade nicht weiß, wo sich die gedruckte Bibel in Buchform nun befindet, im Netz kann man sie immer googlen und für viele geht das auch immer unterwegs dank i-Phone und Co. Nur eines bleibt: Lesen muss jeder selbst! Und dann danach handeln eben auch!

Ihr/Euer Karsten Weidisch, Pfarrer St. Josef, Moers

(RP)