Moers: Die Angst vor dem Aus

Moers : Die Angst vor dem Aus

Während die Handball-Abteilung des TV Kapellen über nahezu optimale Trainingsmöglichkeiten verfügt, geht bei den Mitglieder der Schwimm-Abteilung des Vereins die Furcht um, bald nicht mehr existent zu sein.

Die Lage in den Sportvereinen wird immer prekärer, denn die Möglichkeiten zum Training werden für die Aktiven von Jahr zu Jahr schwieriger. Sei es, dass die Fußballplätze dringlichst Sanierungen bedürfen, dass die Sporthallen immer maroder werden und zwecks Reperaturarbeiten für mehrere Wochen geschlossen werden müssen, oder dass für das Training überhaupt keine geeigneten Sportstätten mehr zur Verfügung stehen.

Wettkämpfe derzeit nicht möglich

Einer der betroffenen Vereine ist der TV Kapellen – insbesondere die Schwimmabteilung des Vereins. Nach der Schließung mehrerer Bäder in Moers suchen die Verantwortlichen der Schwimmabteilung händeringend nach Ausweichmöglichkeiten, um ihren Wettkampfmannschaften auch die nötige Grundlage bieten zu können. Training ist in der momentanen Situation nur im Lehrschwimmbecken der Dorsterfeldschule in Kapellen möglich. So können die Schwimmer des TVK zumindest die Bereiche des Breitensports abdecken. Dazu zählen etwa das Anfängerschwimmen oder auch die Wassergymnastik. "Nach momentanen Stand der Dinge soll das Lehrschwimmbecken geöffnet bleiben", glaubt Albert van Huet, Schwimm-Abteilungsleiter des TV Kapellen. "Hier war ja bereits auch eine Schließung angedacht. Und wenn das wirklich zutreffen sollte, dann können wir die Abteilung gleich dicht machen." Training für die Wettkampfmannschaft ist nur noch in Kooperation mit anderen Vereinen möglich, wie etwa denen in Neukirchen-Vluyn oder Kamp-Lintfort. Die Befürchtungen jedoch sind groß, dass die Wettkampfschwimmer über kurz oder lang den Verein wechseln werden. "Ich weiß nicht, wie lange es die Eltern noch mitmachen werden, ihre Kinder durch die Gegend zu fahren", betont van Huet. "Bayer Uerdingen verfügt über glänzende Trainingsmöglichkeiten, und ist auch näher an Kapellen als etwa Kamp-Lintfort. Da liegt ein Vereinswechsel doch nahe."

Gute Zusammenarbeit

Deutlich besser gestaltet sich die Situation bei der Handball-Abteilung des TV Kapellen. Außer montags, dann sind die Volleyballer des Vereins an der Reihe, haben sie täglich die Möglichkeit in der Sporthalle des Henri-Guidet-Zentrums zu trainieren. "Natürlich ist es noch das Optimum", erklärt Wolfram Schlieder, Handball-Abteilungsleiter des TVK. "Allerdings geht es uns viel besser, als dem Großteil anderer Vereine und Abteilungen und daher wollen, können und dürfen wir uns überhaupt nicht beklagen. Selbst in den Ferien stellt uns die Stadt Moers die Halle zur Verfügung, so ist dann auch ein vernünftiger Trainingsbetrieb für unsere Oberliga-Mannschaft möglich. Die Zusammenarbeit mit der Stadt funktioniert hervorragend." Ähnlich gut ergeht es der Volleyabteilung des Vereins. Zwar haben sie nur einmal pro Woche die Möglichkeit in einer großen Sporthalle zu trainieren, doch dafür stehen ihnen zusätzlich die kleineren Hallen in Kapellen zur Verfügung, immerhin besser als gar nichts.

(RP)
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