Neukirchen-Vluyn: Diakonie baut zerstörte Mauer wieder auf

Neukirchen-Vluyn: Diakonie baut zerstörte Mauer wieder auf

Der Schandfleck sei nicht länger hinnehmbar, sagt Axel Loobes, Leiter der Altenheimat Vluyn.

Nägel mit Köpfen macht jetzt die Grafschafter Diakonie mit der zerstörten Mauer vor der Springen-Villa im Ortsteil Vluyn. Sie baut die Mauer vor dem historischen Gebäude wieder auf. Im vergangenen Jahr, im August, war durch einen Autounfall die historische Mauer des Denkmal geschützten Gebäudes an der Niederrheinallee stark beschädigt worden. Schadenssumme: 12 000 Euro (die RP berichtete).

Die Versicherung des Unfallverursachers plädierte von Anfang an für eine preisgünstige Minimallösung: Abriss und Aufstellung eines einfachen Zauns. Sie weigerte sich, die Mauer als historisches Element zu sehen, das zu der Springen-Villa gehört. Dem wiederum widersprach das Amt für Denkmalschutz, das die Mauer zum historischen Gebäude zählt. Eine einvernehmliche Einigung scheiterte.

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Es folgten die Einreichung der Klage und die Erstellung eines Gutachtens. Die gerichtliche Auseinandersetzung mit der Versicherung der Schadenverursachers dauert derzeit noch an. Letzte Woche kam ein weiterer Ortstermin für die Erstellung eines zweiten Gutachtens hinzu. Da nach Aussage des Sachverständigen aller Voraussicht nach mit dem Ergebnis nicht mehr in diesem Jahr zu rechnen sei, "haben wir uns dazu entschlossen, mit den Wiederaufbauarbeiten der Mauer jetzt vor Wintereinbruch zu beginnen", sagt Axel Loobes, Einrichtungsleiter der Altenheimat Vluyn, zu der die Springen-Villa mit ihren altengerechten Wohneinheiten gehört.

Zwar sollte nach rechtsanwaltlicher Empfehlung der derzeitige Zustand so belassen werden, doch der Zahn der Zeit nagte nach über einem Jahr zu stark an der Mauer. Mittlerweile hat sich die Mauer in noch mehr Einzelteile zerlegt, so dass "der Zustand nicht länger hinnehmbar war", sagte Loobes. Nun wird in dieser Woche die Mauer abgerissen und nach historischem Vorbild fachgerecht wieder aufgebaut. Der desolate Zustand war für die Grafschafter Diakonie nicht länger hinnehmbar, zumal auch der "Vluyner Mauerfall" immer wieder für Gesprächsstoff sorgte und auch zunehmend für die Bewohner eine Gefahrenquelle darstellte. Schon bald wird die Optik rund um die Springen-Villa wieder stimmen.

(sabi)
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