Moers: "Deutsches Messingmuseum" möchte ins Weiße Haus ziehen

Moers: "Deutsches Messingmuseum" möchte ins Weiße Haus ziehen

Die Zukunft des Weißen Hauses bleibt offen. Die Stadtverwaltung möchte das historische Gebäude am Kastellplatz (Baujahr 1841/42) am liebsten verkaufen. Aber das hat eine Mehrheit im Rat im vergangenen Jahr abgelehnt.

Inzwischen hat die Stadt mehrere Möglichkeiten untersucht, wie das Gebäude genutzt werden kann, aber die Fraktionen im Kulturausschuss meldeten gestern weiteren Beratungsbedarf an. Zu einem Beschluss wird es nun wohl erst im April oder Mai kommen.

Zur Debatte stehen drei Varianten für einen Verbleib des Weißen Hauses in städtischer Hand. Bei der ersten würde es komplett vom Schlosstheater genutzt, dass dann aus dem Terheydenhaus auszöge. Bei der zweiten Variante bliebe das Schlosstheater im Terheydenhaus, würde aber im Weißen Haus die benötigten zusätzliche Räume bekommen. Bei einer dritten Variante bleibt das Schlosstheater im Terheydenhaus, das durch einen Anbau erweitert wird. Das Weiße Haus könnte dann von der Stadt als Bürostandort oder für das Standesamt genutzt werden. Alle drei Vorschläge sind mit Kosten für Um- und Ausbau verbunden. Aus wirtschaftlicher Sicht wäre die Lösung mit einem Anbau am Terheydenhaus die beste, sagte Kämmerer Wolfgang Thoenes. Eine Nutzung des Weißen Hauses als Bürohaus/Standesamt wäre rein wirtschaftlichen Gründen nicht geboten, sagte er. Allerdings bekäme die Stadt dann sicherlich ein "repräsentatives Haus".

Neben der Beibehaltung des Weißen Hauses in städtischer Hand stellt die Stadtverwaltung nach wie vor einen Verkauf in private Hände zur Alternative. Wie berichtet gibt es drei Investoren, die es erwerben möchten. Einer der Interessenten möchte dort das "Deutsche Messingmuseum" unterbringen. Es handelt sich wohl um eine Sammlung von Messingobjekten, die bisher keinen festen Standort hat. Daneben denkt der Investor an ein Wohn- und Geschäftshaus.

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Auch der Rheurdter Architekt Jochem Bellinger hat bei der Stadt eine Planung für das Weiße Haus vorgelegt. Sein Konzept sieht unter anderem ein Restaurant mit Außengastronomie, Büros und Kulturräume vor. Der Altbau werde saniert, ein Neubau in Stahlleichtbauweise errichtet. Der Komplex solle durch das Theater genutzt werden.

Der dritte Investor ist Peter Werle, der schon das "neue alte Rathaus" in Moers erworben hat, das seit einigen Monaten in Zusammenarbeit mit dem Bauunternehmen Tecklenburg in ein Wohnhaus umgebaut wird. Im Zusammenhang mit dem Kauf des "alten neuen Rathauses" soll Werle bereits ein Vorkaufsrecht für das Weiße Haus besessen, es aber nicht wahrgenommen haben. Jetzt bietet er der Stadt bis zu eine Million Euro für das Gebäude. Werle schlägt eine Wohnnutzung zum Schlosspark hin vor, daneben sollen Räume zum Beispiel für Notare, Anwaltskanzleien oder Steuerberater entstehen. 120 Quadratmeter Fläche im Erdgeschoss möchte Werle kostenlos für eine öffentliche Nutzung zur Verfügung stellen, etwa für die Theaterverwaltung oder das Museum.

(pogo)