Deutsch-jüdische Geschichte in Moers: Gedenkfeier am Synagogenbogen

Deutsch-jüdische Geschichte in Moers : Gedenkfeier am Synagogenbogen

Die ehemalige Synagoge in der Friedrichstraße wurde am 10. November 1938 von den Nationalsozialisten geschändet und enteignet.

Gebete und Texte auf Hebräisch und Deutsch trugen unter anderem Schüler aus der israelischen Partnerstadt Ramla und aus Moers bei einer Gedenkfeier am Synagogenbogen vor. Sie erinnerten damit am Donnerstag an die deutsch-jüdische Geschichte und die Bedeutung des Mahnmals in der Moerser Altstadt.

Die ehemalige Synagoge in der Friedrichstraße wurde am 10. November 1938 von den Nationalsozialisten geschändet und enteignet. Derzeit sind 19 Gäste aus Ramla im Rahmen eines Austauschs zu Besuch in der Grafenstadt. Beteiligt auf Moerser Seite sind das Mercator-Berufskolleg, die Hermann-Runge-Gesamtschule und die Freien Schwimmer Rheinkamp.

 Zu Beginn der Gedenkfeier wurde das Kaddisch gebetet. Dabei handelt es sich um ein Gebet, das für das Seelenheil von Verstorbenen gesprochen wird. Damit alles von jedem verstanden werden konnte, wurden alle Texte übersetzt. Zentrale Themen waren die Judenverfolgung in Deutschland und auch Erlebnisse aus Konzentrationslagern. Vor dem Synagogenbogen wurde ein Davidsstern aus Kerzen gebildete, die während der Veranstaltung angezündet wurden.

Dort wo heute die Friedrichstraße 27 ist, stand ab 1818 die Moerser Synagoge. Während der Reichsprogromnacht 1938 wurde das Gebäude von Nationalsozialisten geschändet und 1975 abgerissen. 1987 wurde dann eine Nachbildung des Eingangsbogens aufgestellt. Eingemeißelt in den Bogen ist der Psalm 118: „Öffnet mir Tore der Gerechtigkeit“. Außerdem sind die 180 Namen der Moerserinnen und Moerser, die dem Holocaust zum Opfer fielen, dort verewigt.

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