Rheurdt: Der Mobilfunk schafft es nicht bis nach Schaephuysen

Rheurdt : Der Mobilfunk schafft es nicht bis nach Schaephuysen

Bürgermeister Kleinenkuhnen hofft auf neuen Schwung fürs lahme Netz. Auch die Kabel bremsen das Internet.

1300 neue Mobilfunkmaste für Nordrhein-Westfalen und 5500 weitere, die modernisiert werden sollen - per Mobiltelefon war diese Nachricht zur neuen Funkloch-Initiative von NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart in Schaephuysen nicht abrufbar. Denn bereits seit Jahren ist das Funkloch hier so groß und so tief, dass die Anwohner ihr Handy resigniert stecken lassen, sobald sie das Ortsschild passiert haben.

Die Telekom ist wenigstens so ehrlich, Schaephuysen als blinden Fleck auf ihrer Netzkarte auszuweisen. "Die Telefonica-Gruppe mit Sitz in München hat auf meine entsprechenden Schreiben von vor zwei Monaten bis heute nicht reagiert", klagt Bürgermeister Klaus Kleinenkuhnen. Er hofft auf neuen Schwung fürs lahme Netz durch Pinkwarts Druck.

In seinen Gesprächen mit den Mobilfunkkonzernen hatte Kleinenkuhnen nach eignen Worten bereits einen Standort für einen zusätzlichen Funkmast gefunden: die ehemalige Grundschule in Schaep-huysen. Doch derzeit kommt sich die Gemeinde an dieser Stelle selbst ins Gehege. Denn über das nicht mehr benötigte Gebäude wird derzeit mit einem Käufer verhandelt. Da könnte eine Mobilfunkantenne mit ihrer Strahlung möglicherweise zu einem Kauf-Hemmnis werden.

Am Rheurdter Rathaus soll in den nächsten Wochen ein Test zusammen mit der Firma Innogy beginnen: An Straßenlaternen sollen starke Router angebracht werden, die wenigstens im Ortskern für ein kostenloses WLAN sorgen. "Falls das klappt und bezahlbar ist, wäre ein Ausbau 2019 möglich", überlegt der Bürgermeister.

Und schiebt gleich den Punkt Festbetzausbau hinterher. Denn auch die Verkabelung lässt in den Rheurdter Außenbereichen sehr zu wünschen übrig. In Lind bekam das jetzt ein Immobilienbesitzer sogar schriftlich: Bis auf weiteres werde sein Internetanschluss nicht mehr als zehn MBit pro Sekunde transportieren. "Hier kann uns nur ein vernünftiger Glasfaserausbau helfen", sagt Kleinenkuhnen.

(RP)
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