Der MGV Neurkirchen überzeugte mit seinem letzten Weihnachtskonzert

Weihnachtskonzert in der Dorfkirche : Letztes Weihnachtskonzert des Männergesangsvereins begeisterte

Ein letztes Mal unterhielt der Neukirchener Männerchor sein Publikum mit weihnachtlichen Liedern. Im kommenden Jahr wird er sich aus Altersgründen auflösen.

Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr veranstaltete der Männergesangverein Neukirchen erneut sein Weihnachtskonzert. Auch diesmal sang der Chor in der evangelischen Dorfkirche Neukirchen.

Wenngleich sich die Sänger wieder über rege Resonanz freuen durften, war die Stimmung doch verhalten. „Das ist unser letztes Weihnachtskonzert, der Chor wird sich nächstes Jahr aus Altersgründen auflösen“, erklärte der Chorvorsitzende Karl Heinz Weller. „Wir haben uns entschlossen aufzuhören, solange das Publikum noch aufsteht, um zu applaudieren und nicht, um zu gehen.“ Leicht ist die Entscheidung den 26 aktiven Sängern nicht gefallen: „Wir sind alle sehr traurig, und es sind auch Tränen geflossen.“ Wie viele Chöre findet auch der Männergesangverein Neukirchen keine Nachwuchssänger mehr. „Die Jugend will sich nicht mehr binden“, bestätigte der stellvertretende Bürgermeister Kurt Best, der es sich nicht hatte nehmen lassen, das Traditionskonzert ein letztes Mal mitzuerleben.

„Markt und Straßen steh’n verlassen, weil Sie so zahlreich erschienen sind“. Mit diesen Worten begrüßte Presbyter Ulrich Frische das Publikum in der vollbesetzten Kirche, bevor Chorleiter Dr. Martin Ebeling das berühmte Eichendorff-Zitat als Motto des Konzerts aufgriff. Seit 21 Jahren begleitet er den Chor und auch diesmal führte er seine Sängerschar mit konsequentem und straffem Dirigat sicher durch das Programm. Das hatte von adventlichen Weisen über internationale Weihnachtslieder bis zum gemeinsam mit dem Publikum gesungenen Schlusslied „O du fröhliche“ viel zu bieten. Der Gesangsverein bot eine breite Palette zur Einstimmung auf die Weihnachtszeit.

Als Solistin hatte der Chor erstmals die Sopranistin Evelyn Ziegler, „ein echtes Neukirchener Mädchen“, verpflichten können, die sich völlig unprätentiös präsentierte und mit ausdrucksstarker und auch in den Spitzentönen kraftvoller Stimme selbst heikelste Koloraturen souverän meisterte. Ein effektvoller und klangschöner Kontrast zu dem stimmungsvollen Chorklang, der durch saubere Einsätze und farbige Dynamik überzeugte.

Am Klavier wurden die Sänger von Olga Andryushchenko begleitet. Die langjährige Zusammenarbeit bewährte sich auch diesmal. Und als Solistin ergänzte die russische Pianistin die Liederfolge durch einige Auszüge aus Franz Liszts Klavierzyklus „Weihnachtsbaum“, der die einzelnen Themenblöcke virtuos verband. Es gab einige Höhepunkte in diesem Weihnachtskonzert, aber der absolute Publikumsfavorit war Fritz Ihlaus „Jerusalem“, das so begeisterten Beifall erntete, dass es nach zwei Zugaben und dem gemeinsamen Schlusslied noch einmal gesungen wurde.

Das letzte Weihnachtskonzert wird als grandioser Erfolg in die Annalen des 1950 gegründeten Männergesangvereins eingehen. Ob es das letzte Konzert überhaupt gewesen sein wird, ist noch nicht entschieden. „Wir müssen abwarten, wie das mit unserer Gesundheit wird“, so Karl Heinz Weller. „Vielleicht geben wir nächstes Jahr noch ein Abschiedskonzert.“