Moers: Der Garten vor der Tür

Moers: Der Garten vor der Tür

Am Dresdner Ring hat die Wohnungsbau Stadt Moers für zwei ihrer Häuser neue Mietergärten angelegt. Zwölf kleine Parzellen können bald von den Mietern individuell gestaltet werden – mit Blumen, Kräutern oder Gemüse.

Mietergärten sind keine neue Idee. Bei ihren Neubauten hat die Wohnungsbau Stadt Moers bereits seit Jahren den Mietern die Möglichkeiten eingeräumt, kleine eigene Gärten vor ihrem Fenster selber zu gestalten und zu pflegen. Erstmalig kommen nun zwei Häuser aus dem "Bestand" zu dieser neuen Errungenschaft. Gestern stellte Ute Ellermann für das Stadtteilbüro Mattheck/Josefsviertel und das Dortmunder Büro Basta das Konzept vor Ort vor.

Die Häuser am Dresdner Ring wurden 1968 erbaut. In den 90er Jahren wurden die Balkone ersetzt, 2000 gab es eine neue Wärmedämmung. Jetzt gibt es für die Mieter der beiden Komplexe Dresdner Ring 12 bis 22 etwas Neues. Entlang der Rückseite der beiden Häuser wurde bereits die Rasendecke entfernt. Als nächste Schritte werden zwölf kleine Parzellen mit Hecke und Zaun abgeteilt und unter jedem Balkon eine plattierte Terrasse mit Treppchen zum leicht erhöhten Erdgeschoss-Balkon angelegt. Die Bauarbeiten finanziert die Wohnungsbau GmbH als Investor. Da es dabei auch um die Stadtteilerneuerung geht, wird das Projekt im Rahmen der "Sozialen Stadt" von Bund und Land Nordrhein-Westfalen gefördert.

Nicht über 1,50 Meter

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Nicht nur die Erdgeschoss-Bewohner kommen in den Genuss der Mietergärten – für die sie nicht mehr Miete bezahlen müssen, sondern auch Mieter aus den oberen Etagen. Sie können einen der fünf freien Gärten wählen. Vier sind bereits vergeben, was für die Annahme des Angebots unter den Mietern spricht. In den Mietergärten dürfen natürlich keine großen Bäume gepflanzt werden, alle Sträuche und Bäume sollen 1,50 Meter nicht überragen. Was die Mieter aus ihren Gärten machen, bleibt ihnen überlassen. Natürlich wird sich Ute Ellermann anbieten, sie dabei zu begleiten. Aber ob dort Beerensträucher gepflanzt werden, Tomaten oder Tulpen kann jeder Mieter für seinen Garten selbst entscheiden. Angedacht sind auch Garten- und Kräuterkurse bei der Volkshochschule. Dabei will das Stadtteilbüro aktiv werden.

Einige, gerade ältere Mieter waren skeptisch, ob die Öffnung der Balkone es nicht Einbrechern erleichtere, in die Erdgeschosswohnungen zu kommen. Diese Bedenken konnten zerstreut werden. Ein Mieter hat verzichtet und "seinen" Garten mit einem Mieter "von oben" getauscht.

Vorbild für die Moerser Mietergärten ist eine Anlage in Köln-Bocklemünd. Dort wurden ebenfalls in einer Wohnanlage aus den 70er Jahren Mietergärten angelegt. Dort zeigte sich, dass die Mietergärten nicht nur mehr Grün und Abwechslung in ein Viertel bringen, sondern auch der Kommunikation dienen. So komme man leicht über den 1,20 Meter hohen Zaun ins Gespräch.

(RP)