Moerser Bandcontest: Higgins Dirty Work covert ausgefallene Rocknummern

Bandcontest : Higgins Dirty Work covert ausgefallene Rocknummern

Die Gruppe aus der Nachbarstadt Duisburg probt in der Waschkaue des einstigen Bergwerkes Westende.

Das frühere Bergwerk Westende liegt in einem Gewirr von Eisenbahnlinien, Straßen und Übertage-Gasleitungen. „Wer hier nicht hinwill, kommt nicht zufällig vorbei“, beschreibt Erich Latniak die Location, in der Backsteingebäude und Bäume eine Atmosphäre erzeugen, die vor zwei Jahrhunderten Romantiker zu verwunschenen Burgruinen hinzog.

Genauso lockt heute der frühere Industriebau seine Fans, in diesem Fall Musikfans, an. Über 20 Bands haben das Gebäude für sich entdeckt, das zwischen Meiderich, Laar und Beeck in einem Duisburger Industrie-Niemandsland liegt. Sie alle proben im „Rockhaus“, einem alten Zechen-Gebäude, das ihnen als Domizil dient, so auch der Band „Higgins Dirty Work“.

Gitarrist Erich Latniak (61), der mit Bassist Alfons Winterseel (63) und Sängerin Ellen Wiederstein (59) zu den Gründern der Band gehört, schmunzelt: „Unser Name passt zu uns und unserem Proberaum“, Dabei spielt er auf Ironie und Witz an, die die Gruppe liebt.

So ist der Namensgeber Jonathan Quayle Higgins, damals gespielt von John Hillerman, der eitle Gentleman und stocksteife Saubermann in der 80er-Jahre-Fernsehserie „Magnum“. Das „dirty work“, das schmutzige Geschäft, im Namen verweist auf das Covern und Arrangieren von Stücken aus fast 50 Jahren Rockmusikgeschichte, dem sich die Gruppe seit fast 30 Jahren widmet.Higgins Dirty Work hatten 1991 ihren ersten Auftritt. „Gemeinsam geprobt haben wir schon seit etwa 1989“, erzählt Sängerin Ellen Wiederstein. „Wir sind mit der Rockmusik und mit unserem Publikum älter geworden.“

Dabei nimmt die Band ständig neue Stücke ins Programm, um sich weiter zu entwickeln. „Alle vier, fünf Jahre ändert sich so unser komplettes Programm“, sagt Schlagzeuger Jürgen Hausmann (57). Die Titelliste ist in den fast 30 „Higgins-Jahren“ lang geworden. Geschätzte 200 Stücke hat die Band im Lauf der Zeit auf die Bühnen gebracht, ob in Kneipen oder in Hallen oder bei Open-Air-Festivals,

Dabei hat Higgins Diry Work eine Konstante: „Wir covern gerne auch Stücke, die von anderen Gruppen nur selten nachgespielt werden“, wird diese von Gitarrist Christoph Becker (54) beschrieben. Zum Beispiel spielt die Band „Long Time Till I Get Over You“ von der US-Gruppe Little Feat, „Baker Street“ von Gerry Rafferty oder auch „Come Together“ von den Beatles. Neben diesen ausgefallenen Stücken präsentiert sie aber auch Klassiker wie „Stairway To Heaven“ von Led Zeppelin, „Highway To Hell“ von AC/DC, „Born To Run“ von Bruce Springsteen oder auch „Long Road To Ruin“ von den Foo Fighters. „Das Publikum soll Spaß haben und wir auch“, meint Schlagzeuger Jürgen Hausmann. „Wichtig ist uns, den Songs unseren eigenen Stempel zu geben, nicht einfach nur Eins zu Eins nachzuspielen.“

Drei oder vier Mal im Jahr steht die Band auf der Bühne. Zuletzt gastierte sie in Szenekneipen wie dem „Heintze“ in Bottrop oder in der „Röhre“ in Moers. Im August spielt sie beim Kamp-Lintforter Kultursommer.

„Uns macht es Spaß, Musik zu machen“, sagt Erich Latniak. „Wir spielen einfach gerne, gleich ob vor zehn Leuten oder vor Tausend – oder nur für uns.“ Und das machen sie jeden Dienstagabend, wenn sie in der verwunschenen Industrieruine proben.

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