Moers: Rockmusik, aber nicht immer „Born to be wild“

Bandcontest : Rockmusik, aber nicht immer „Born to be wild“

Die Xantener Band „Three Ball Eddy“ spielt oft bei Bikerfestivals, aber nur selten die Biker-Hymne.

Den Song „Born To Be Wild“ von Steppenwolf spielen Gitarrist Walter Gruitrooy, Bassist Peter Dommen und Schlagzeuger Martin Thyssen selten, obwohl sie gemeinsam oft bei Motorradtreffen auftreten. „Wir waren 2005 und 2006 auf dem Bikerfestival in Västervik in Schweden als Support von Steppenwolf“ erzählen die drei Mitglieder der Band Three Ball Eddy. „Es ist das größte Bikerfestival im Norden Europas. Dort hat John Kay ,Born To Be Wild’ gespielt. Es ist schon atemberaubend, diesen Song vom Steppenwolf-Frontmann zu hören. Nach dem Auftritt hatten wir Backstage die Gelegenheit, mit ihm und der Band in lockerer Atmosphäre ein wenig zu plauschen. Er kann Deutsch, weil er in Deutschland geboren wurde. Seit Västervik haben wir riesigen Respekt davor, diesen Song zu spielen.“

Dabei genießt die Band es, diese Hymne der Biker zu intonieren, zu der Peter Fonda und Dennis Hopper 1969 im Film „Easy Rider“ auf ihren Choppern durch die Weiten der USA kreuzten. „Wir sind nicht ganz so alt wie Peter Fonda, der sich auf seinen 80. Geburtstag vorbereitet“, schmunzelt Walter Gruitrooy, der sich als Gitarrist den Spitznamen Sledge Kowalski gegeben hat. Der Xantener lacht: „Aber wir sind alle 67 – und auch nicht mehr ganz so wild wie früher. Manche munkeln, wir bräuchten bald eine Genehmigung vom Pflegedienst, um auftreten zu dürfen und ohne Defibrillator könnten wir nicht mehr auf die Bühne. Aber so weit ist es zum Glück noch nicht.“

Wie die anderen Bandmitglieder ist er einmal Lehrer gewesen und immer zu Scherzen aufgelegt. Das waren sie schon 1993, als sie sich zusammenschlossen. Als Namen wählten sie Three Ball Eddy, weil Charles Bukowski so einen abgedrehten Leibwächter im Film „Barfly“ nannte, zu dem er 1987 das Drehbuch geschrieben hatte. Drei Jahre später verarbeitete der Dichter seine Erlebnisse in der Filmmetropole in seinem Roman Hollywood. „Die drei Kugeln beschreiben nicht unsere körperlichen Besonderheiten“, feixt Peter Dommen oft bei Auftritten. Dann erläutert der Bassist, der sich als Musiker Alby Whiteman rufen lässt, wie „Three Ball Eddy“, Charles Bukowski und Hollywood zusammenhängen.

Zehn bis 15 Auftritte hat die Band im Jahr. Zum einen steht sie in Clubs im Rampenlicht, jüngst unter anderem in Recklinghausen, Duisburg oder Aachen. Zum anderen spielt sie bei Motorradtreffen, zum Beispiel am 15. Juni beim Treffen des Classic British Bike Club in Obermörmter bei Xanten oder am 22. Juni beim italienischen Motoradtreffen auf dem Campingplatz an der Urseler Straße im Grüngürtel der Domstadt.

Die Rockband spielt Klassiker aus den 60er und 70er Jahren, wie „Riders On The Storm“ von The Doors, „Smoke On The Water“ von Deep Purple oder „Radar Love“ von Golden Earing. Sie covert auch Stücke, die auf Festivals nicht ganz so oft zu hören sind, wie „Purple Haze“ von Jimi Hendrix, „Boom, Boom“ von John Lee Hooker oder „Couldn´t Stand..“ von Stevie Ray Vaughan. „Wir stimmen die Songs auf das Publikum ab“, sagt Martin Thyssen, der in der Band Luke Shorter heißt. „Rhythmisch sind wir immer. Am Ende will das Publikum die bekannten Lieder hören und abtanzen.“ Nicht oft, aber ab und zu, spielt „Three Ball Eddy“ dann auch „Born To Be Wild“.

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