Enni Night of the Bands : Moers feiert eine tolle Nacht der Musik

Für volle Lokale sorgte die Enni Night of the Bands in der Innenstadt. Nicht ganz so voll, aber musikalisch ebenso überzeugend, war es bei Kampmann in Scherpenberg, wo die Gewinner des Contests „Deine Bühne“ spielten.

Musikliebhaber ganz unterschiedlicher Stilrichtungen hatten am Samstag im Rahmen der Enni Night of the Bands die Gelegenheit, in Moers von Kneipe zu Kneipe zu ziehen und den Bands zuzuhören, die sich dem Publikum an 20 Spielorten präsentierten. Nicht nur in der Innenstadt, sondern auch in Hülsdonk, Scherpenberg und Asberg traten Bands auf.

Bei „Kampmann“ in Scherpenberg waren die drei Gewinner des Nachwuchs-Wettbewerbs „Deine Bühne!“ zu hören, den Enni mit der Rheinischen Post im Vorfeld veranstaltet hatte. Als Sieger des Bandcontests betrat zunächst die Gruppe „The Mourning Post“ die Bühne. Die vier Musiker, die sich bereits seit ihrer gemeinsamen Schulzeit in Grevenbroich kennen, spielten eine Stunde lang eigene Songs, die stark vom Punk ihrer musikalischen Vorbilder Jimmy Eat World und The Get Up Kids beeinflusst waren. Für The Mourning Post war das Konzert im Rahmen der Night of the Bands aufgrund einer personellen Umbesetzung der erste Auftritt seit mehr als einem Jahr, den die Musiker sichtlich genossen.

The Mourning Post gehörte zu den Gewinnern des Contests „Deine Bühne“, die bei Kampmann auftraten. Foto: Dieker, Klaus (kdi)

Die Gruppe Black Orchid aus Xanten, die beim Bandcontest den dritten Platz belegt hatte, gibt es ebenfalls seit 2016. Die fünf Musikerinnen und Musiker haben sich nicht nur beim Bandnamen vom Song Blue Orchid von den White Stripes inspirieren lassen, sondern sie covern auch einige Lieder der White Stripes. Black Orchid präsentierte allerdings auch zahlreiche eigene Lieder. Härtere Stücke aus dem Bereich des Alternative Rock waren ebenso zu hören wie ruhige Balladen. Obwohl die Band seit ihrer Gründung bei einigen Auftritten bereits Bühnenerfahrung sammeln konnte, merkte man den jungen Musikerndie Nervosität doch deutlich an.

Massimo Grande & Anna Estara im Eiscafé Adria. Foto: Dieker, Klaus (kdi)

Sehr viel gelassener präsentierte sich die Moerser Band MoNoTyp, die beim Bandcontest den zweiten Platz belegt hatte. Obwohl es die Band erst seit einigen Monaten gibt, besitzen die vier Mittvierziger jede Menge musikalische Erfahrung. In ihren deutschsprachigen Liedern präsentiert sich die Multi-Kulti-Gruppe durchaus politisch und bezieht dabei deutlich Stellung gegen die AfD und wachsende Fremdenfeindlichkeit. Die eigenen Songs, die auch auf der EP mit dem Titel „Sechserpack“ zu finden sind, präsentierte die Band MoNoTyp bei ihrem Auftritt mit rockigen Gitarrenriffs und krachenden Schlagzeugrhythmen, die sich deutlich vom belanglosen und seichten Geplänkel vieler deutschsprachiger Interpreten abheben. MoNoTyp ist somit eine echte Entdeckung.

Den Bands bei Kampmann, hätte man ein deutlich größeres Publikum gewünscht. Wesentlich besser besucht waren die Spielorte in der Innenstadt. Dort waren die Kneipen teilweise so voll, dass zahlreiche Gäste in Gruppen vor den Spielstätten standen, um die Musik zu hören. Die musikalischen Stilrichtungen, die an den einzelnen Spielorten gespielt wurden, waren ausgesprochen vielfältig. Während das Duo Anna Estera und Massimo Grande im Eiscafé Adria italienische Lieder und internationale Pop-Klassiker präsentierte, waren im Piccolo und im Café des Arts ausdrucksstarke Frauenstimmen zu Gitarren- oder Keyboardklängen zu hören. Deutlicher härter ging es im Café Mondrian zu, wo Full Ampere bekannte Rock-Klassiker coverte. Die Band Jah Culture spielte im Brown Sugar entspannten Reggae und im Ritumenti machte die Gruppe „Granufunk“ mit cooler Funk-Musik ihrem Namen alle Ehre.

Die ausgefallensten Spielstätten waren allerdings der Kinosaal des Atlantic Kinocenters, in dem The Lucky Ones als Late Night Act mit zahlreichen Party-Hits für ausgelassene Tanz- und Feierstimmung sorgten, sowie der Niag-Shuttlebus, der die Besucher zu den einzelnen Spielorten fuhr und durch die Musik der Band Herrensalon zum Party-Bus wurde. Carolin und Moritz, die extra aus Mönchengladbach zur Night of the Bands nach Moers gekommen sind, waren von der einzigartigen Busfahrt ganz begeistert. „Es ist zwar sehr voll, aber die Musik und die Stimmung sind super! Wir werden sicher im nächsten Jahr wiederkommen“, versprachen die beiden, als sie sich auf den Heimweg machten.

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