Unsere Woche: Das Ziel im Blick behalten

Unsere Woche: Das Ziel im Blick behalten

Liebe Moerser, ein Plan ist etwas sehr Konkretes, in meinem Verständnis jedenfalls. Pläne macht man, um voranzukommen. Sie nehmen gedanklich die Schritte auf, die kontinuierlich abgearbeitet und nachgehalten werden müssen, um am Ende ein ganz bestimmtes Ziel zu erreichen. In Moers ist das in der Vergangenheit nicht immer gelungen. Ein schönes Beispiel ist das sogenannte Moerser - oder Grafschafter - Rund. Die "Pläne" dafür existieren seit mehr als zehn Jahren. 2006 hat der Stadtrat den "Masterplan Innenstadt" als verbindlichen Handlungsrahmen für die Innenstadtentwicklung beschlossen. Ein wichtiger Bestandteil des Konzeptes war und ist die Entlastung der Innenstadt vom Durchgangsverkehr durch eine verbesserte Umfahrung. Um Letzteres realisieren zu können, muss die Stadt Privatgrundstücke ankaufen, die ihr bislang aber noch nicht gehören. Das Problem hatten Politik und Verwaltung zwischenzeitlich aus den Augen verloren. Das ist ärgerlich. Möglicherweise könnten die Pläne schon einen Schritt weiter sein. Auf jeden Fall soll sowas nicht noch einmal passieren. Deshalb wurde jetzt eine Satzung beschlossen, die der Kommune ein Vorkaufsrecht an Grundstücken zwischen Mühlenstraße und Baeler Straße sichert. Derweil hat die Verwaltung den "Masterplan Innenstadt" fortgeschrieben und dem Kind bei dieser Gelegenheit einen neuen, griffigeren Namen verpasst hat. Auch das überarbeitete "moersKonzept Innenstadt 2018" - formerly known as "moersKonzept/Masterplan Innenstadt/Integriertes Handlungskonzept" - soll eine Steuerungsfunktion für die Innenstadtentwicklung haben. "Konzept" klingt allerdings weniger verbindlich als "Masterplan". Selbstverständlich geht es darin um Leitlinien und Schwerpunkte. Wichtig wäre es aber, diese mit einer konkreten To-Do-Liste plus Zeitplan zu hinterlegen. Damit das Ziel "lebendige Moerser Innenstadt" nicht aus dem Blick gerät.

julia.hagenacker@rheinische-post.de

(RP)