Das sind die Pläne fürs Quartier Haagstraße

Moers: Das sind die Pläne fürs Quartier Haagstraße

Die Sieger des Werkstattverfahrens stehen fest. Vertreter der Planungsbüros und der Jury haben die prämierten Planungen am Dienstag vorgestellt. Alle Entwürfe sind ab sofort im Alten Rathaus zu sehen.

Es geht darum, ein Stück Altstadt weiterzubauen - nicht um mehr und nicht um weniger. Beim Werkstattverfahren für das Quartier Haagstraße, an dem auch die Bürger beteiligt wurden, haben die Experten der Fach-Jury am Ende zweimal den ersten Rang vergeben. Die Ideen von Architekt Christoph Mäckler aus Frankfurt und der Architekten Mulleners und Mulleners aus den Niederlanden fanden bei den Experten am meisten Anklang. Die städtebauliche Figur hat die Stadt damit festgezurrt. Beide Entwürfe bilden somit die Grundlage für die Entwicklung. Wie die potenziellen Käufer die Pläne am Ende umsetzen, ist offen. „Wir haben damit auf jeden Fall eine solide Grundlage geschaffen, um Gespräche zu führen“, sagt Thorsten Kamp, Technischer Beigeordneter im Moerser Rathaus. „Mit der Planungswerkstatt wollten wir verhindern, dass uns Entwürfe überraschen.“

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie das Areal zwischen Altstadt, Kastellplatz, Hanckwitzstraße und Schlosspark – inklusive altem Hafthaus, Kirche und möglicherweise dem jetzigen Gebäude der Agentur für Arbeit – in Zukunft einmal aussehen soll.

Den größten Teil des Areals macht das alte Hafthaus aus. Das gehört dem Land beziehungsweise dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB NRW). Es folgen Flächen der evangelischen Gemeinde mit dem Tersteegenhaus mit Nebengebäuden, der Kita Kleine Allee und der benachbarten Improviser-Residenz. 27 Prozent der Planungsfläche entfallen auf das Arbeitsamtsgebäude, das aber möglicherweise gar nicht verkauft werden soll. Die Planer wurden beauftragt, das Grundstück trotzdem in ihre Überlegungen miteinzubeziehen. Zum Planungsgebiet gehört außerdem die katholische St.-Josef-Kirche, die sich künftig harmonisch in die neue Umgebung einfügen soll. Architekt Stephan Schmitz aus Köln fasste als Jury-Vorsitzender bei der Ausstellungseröffnung am Dienstagabend die Gemeinsamkeiten der beiden Siegerentwürfe zusammen.

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Herzstück des neuen Quartiers wird demnach der ehemalige Hafthaushof sein, auf den vier Wege zuführen – unter anderem vom Kastellplatz aus. Dort, wo heute das Arbeitsamt steht, soll ein Wohnhaus entstehen, das „zu allen Seiten ein Gesicht zeigt“. Heißt: Es wird keine fensterlose Fassade in Richtung Amtsgericht geben. Das Gericht, sagte Schmitz, habe diesbezüglich entsprechende Signale gegeben. Alle Parkplätze auf dem Arbeitsamt-Areal sollen im Erdgeschoss untergebracht werden, nicht in einer Tiefgarage. Das denkmalgeschützte Tersteegenhaus könnte einen kleinen Anbau bekommen, mit einem Garten oder einem öffentlichen Platz davor. Die evangelische Kirchengemeinde möchte ihr Eigentum bekanntlich verkaufen. Dazu gehört auch der Kindergarten Kleine Allee. Mit dem Grundstück der evangelischen Kirche werde der Quartiersumbau wahrscheinlich beginnen, so Kamp.

Alle Arbeiten werden jetzt in einer Ausstellung präsentiert. Die ist ab Mittwoch, 11. Juli, im Alten Rathaus zu sehen.