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Das Moers Festival stellt sein Programm vor.

Neues Programm vorgestellt : Das Moers Festival reist zum Saturn

Das Programm für das 48. Moers Festival vom 7. bis zum 10. Juni steht. Künstler machen Moers vier Tage lang zur Metropole der aktuellen Musik.

„Fly me to the Moon“, sang einst Frank Sinatra. Ganz so galaktisch weit wollte Tim Isfort für seinen Flashmob wohl doch nicht reisen. Für ihn tat es auch der Saturn in der Grafschafter Passage: Dort machte der künstlerische Leiter des Moers Festivals Programm – im wahrsten Sinne des Wortes: Zwischen langen Reihen mit Flachbildschirmen, auf denen Filme über Pinguine im Eis und Bergsteiger im Nebel flimmerten, stellte er am Donnerstag die 248 Künstler vor, die auf dem 48. Moers Festival an 35 Spielorten auftreten werden. „Was das soll? Ich bin immer auf der Suche nach neuen Orten“, beantwortete Isfort die Frage gleich selbst. Klar, dass der Elektronikmarkt inszeniert wurde und die Pressekonferenz am Ende in einen musikalischen Tumult mit Intervention durch Geige, Gitarre, Saxofon und staubsaugenden Gymnasiasten ausartete. Spaß muss sein. Die Vorstellung des Festivalprogramms war deutlich entspannter als 2018, als Isfort fürchten musste, das Festival könne baden gehen.

Musikalische Intervention mit Blechbläser. Foto: Anja Katzke
Die Violinistin spielte im Hintergrund bei der Programmvorstellung. Foto: Anja Katzke
Stadtmusiker Emilio Gordoa machte ebenfalls mit. Foto: Anja Katzke
Claus Arndt, Carmen Weist und Tim Isfort  in der  Grafschafter Passage. Foto: Anja Katzke
Auch Bürgermeister und Kulturdezernent machten Isforts Scherze mit. Foto: Anja Katzke

„Wir haben jetzt eine Perspektive für die nächsten fünf Jahre“, berichtet der künstlerische Leiter. Möglich wurde dies durch die Förderzusage des Bundes, der das Festival bis 2023 mit 1,4 Millionen Euro unterstützen wird (RP berichtete). Für Isfort lautet das Motto des Pfingstspektakels deshalb „Strengt Euch an“. Zum Plakat-Motiv mit Elefant, Panzer, Erdkugel und Schrott ließ er sich von den „Fridays for Future“-Aktionen inspirieren. Für das Festival selbst wählte er vier musikalisch-geografische Schwerpunkte: Frankreich, Japan, Sao Paulo und Belgrad. Sieben Bands reisen aus Frankreich an, darunter auch der bretonische Dudelsackspieler Ervan Keravec, der die Grenzen seines Instruments auslotet. Aus Japan hat Isfort gleich ein ganzes Festival nach Moers eingeladen. Das „Japanese New Music Festival“ soll die Grafenstadt mit Trash, Anarchie und Humor unterwandern. Tim Isfort hat für die Japaner neun Auftritte in vier Tagen eingeplant. Aus Sao Paulo reisen Musiker wie zum Beispiel Tom Zé, Mariá Portugal von Quartabe und Metá-Metá nach Deutschland. Ein Wiedersehen gibt es mit dem ehemaligen Stadtmusiker Hayden Chisholm, den es musikalisch nach Belgrad verschlagen hat. Er bringt seine neuen Freunde aus dem Belgrader Stadtteil Dorcol mit. Trompeter Peter Evans und Saxophonist Colin Stetson sind als Solisten in die Grafenstadt eingeladen. Das legendäre Sun Ra Arkestra ist ebenso an Pfingsten in Moers zu erleben. Auf der viertägigen Veranstaltung werden bekannte Formate wie die Moers Sessions zu erleben sein, aber auch neue: So wird die belgische „Flat Earth Society“ den Stummfilmklassiker „Die Austernprinzessin“ von Ernst Lubitsch im Alten Landratsamt neu vertonen. Frank Niehusmann will dem Ende des Bergbaus mit seiner „Untertagemusik“ die letzte Ehre erweisen. Und mit Unterstützung durch die Kunststiftung NRW formiert Tim Isfort ein „Global Improvisers Orchestra“: Zehn Musiker aus neun Ländern und von vier Kontinenten kommen für eine Probenwoche zusammen, um Pfingsten eine Welturaufführung zu präsentieren. Das Programm steht auf www.moers-festival.de. Anfang Mai wird Tim Isfort die Moersify-Aktionen vorstellen, mit denen er die Moerser für das Festival begeistern will.