Moers: Das Klangwerkhaus

Moers : Das Klangwerkhaus

Die Veranstaltungsreihe "Klangwerk@bollwerk" ist erstmals Teil des Moers Festivals. Die drei ehrenamtlichen Initiatoren der Partyreihe gestalten am Samstag, 11. Juni, das Festival-Nacht-Programm im Bollwerk 107.

Angefangen hat alles mit der Vorliebe dreier junger Moerser für Technomusik-Partys. Doch die gab es in ihrer Stadt nicht oft, und wenn doch mal, dann kostete der Eintritt meist sehr viel mehr, als sie sich leisten konnten. "Ja, und da haben wir halt beschlossen, wir machen das selber." "Wir", das sind die ehemaligen Pattberg-Realschüler und jetzigen Mittzwanziger Christoph Alexander, Tristan Lopez und Manuel Fehlings. Die drei sind die Initiatoren einer elektronischen Partyreihe namens "Klangwerk", die seit März letzten Jahres alle zwei Monate freitags oder samstags im Moerser Jugendkulturzentrum "Bollwerk" an der Homberger Straße 107 stattfindet und inzwischen regelmäßig gut 300 Techno-Fans aus der der gesamten Region anzieht.

Das Wahrzeichen

Die Verwirklichung ihrer Idee wurde möglich durch ein seit zwei Jahren bestehenden Landesförderkonzept, mit dem das ehrenamtliche Engagement Jugendlicher im Bereich Musik gestärkt werden soll. Dazu mussten die Initiatoren zunächst ein umfangreiches, schriftliches Konzept erarbeiten und abgeben, was sie auch taten. Mit Erfolg, denn ohne diese Förderung könnten die drei jungen Leute und ihre gut zehnköpfige, regelmäßige Helfertruppe die Veranstaltungen finanziell nicht stemmen. Allein aus den Eintrittsgeldern in Höhe von fünf Euro pro Party lassen sich die Kosten zum Beispiel für den Druck der Ankündigungsplakate, der technische Sound- und Beleuchtungsaufwand sowie die jeweilig engagierten DJs und Partydekorationen nicht bezahlen. Die beteiligten "Klangwerkler" arbeiten natürlich alle ehrenamtlich. "Uns geht es bei der ganzen Sache nicht um Profit. Wir waren einfach unzufrieden mit dem musikalischen Angebot für die jungen Leute hier in der Stadt", erklärt Tristan Lopez. Die von ihm und seinen Freunden alle zwei Monate im "Bollwerk" veranstalteten Techno-Partys finden in der Regel in drei Räumen statt und bieten darin meist drei unterschiedliche musikalische Dance-Floors an.

Der große Saal ist die eigentliche Techno-Halle, während in einem Raum dahinter die Drum-Base-Freunde auf ihre Kosten kommen, und der angrenzende Gaststättenraum meist ein offenes Programm bietet. Dabei legen die Veranstalter jedes Mal großen Wert auf eine möglichst fantasievolle Saal-Dekoration aus originellen Kunstwerken, Lichtinstallationen und optischen Projektionen. Die letzte Party stand zum Beispiel dekomäßig unter dem Motto Afrika. Andere Ideen, vor allem kunstvolle Videobeiträge, aber auch rein handwerkliche Kulissenbeiträge sind jederzeit willkommen. Eine 180 Zentimeter große, gezeichnete Hausfrontattrappe, das so genannte "Klangwerkhaus", darf jedoch auf keiner Fete fehlen. Es ist so zu sagen das Wahrzeichen der jungen Veranstaltertruppe.

(RP)