1. NRW
  2. Städte
  3. Moers

Corona: Infizierter Frau aus Kamp-Lintfort geht es gut. Kreis Wesel verzichtet auf Corona-Zentrum

Coronavirus : Kreis Wesel verzichtet auf Corona-Zentrum

Der infizierten Frau aus Kamp-Lintfort geht es gut. 40 weitere Personen sind in häuslicher Quarantäne.

Nach Angaben des Fachdiensts Gesundheitswesen des Kreis Wesels ist die mit dem Coronavirus infizierte Frau aus Kamp-Lintfort wohl auf. Sie befindet sich derzeit in häuslicher Quarantäne. Auch rund 40 Personen, die in den letzten 14 Tagen engeren Kontakt zu ihr hatten, stehen unter Quarantäne. Erste Testergebnisse seien aber sämtlich ohne Befund. „Trotz der bisher negativen Testergebnisse bleiben die direkten Kontaktpersonen sowie deren Familienangehörige nach wie vor in häuslicher Isolation, bis die Inkubationszeit von 14 Tagen verstrichen ist. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es sich bei den bekannten Testergebnissen stets um eine Momentaufnahme handelt und sich die Situation jederzeit ändern kann. Alle Beteiligten werden kontinuierlich betreut und verhalten sich sehr gelassen und kooperativ“, heißt es von Seiten des Kreises.

Das Weseler Kreishaus setzt beim Umgang mit dem Coronavirus auf den Einsatz von Hausärzten und Krankenhäusern und spricht sich nach aktuellem Stand noch gegen ein zentrales Corona-Zentrum aus. Während im Nachbarkreis Kleve ein Zelt als Krisenzentrale für das komplette Kreisgebiet aufgestellt wurde, in dem sich Leute auf das Virus untersuchen lassen könnten, hält man eine solche Maßnahme im Weseler Kreishaus nicht für zwingend notwendig. Stattdessen empfiehlt die Kreisverwaltung möglicherweise Erkrankten, erst Kontakt mit Hausarzt oder Krankenhaus aufzunehmen. In Düsseldorf, Kleve und Heinsberg waren Diagnosezentren eröffnet worden, weil Gesundheitsämter und Krankenhäuser sowie die Hausärzte überlastet waren. Der Kreis Wesel hat eine Koordinierungsstelle eingerichtet um einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus vorzubeugen. Sie trifft sich nach aktuellem Stand alle zwei Tage, um die Lage neu zu besprechen.

Derweil steigt die Zahl von bestätigten Corona-Fällen deutschlandweit weiter, die Menschen sind verunsichert. So werden nun auch erste Veranstaltungen in Moers in Sorge vor weiteren Ansteckungen abgesagt, wie zum Beispiel der Tag der offenen Tür der Belia-Seniorenresidenz in Kapellen in Moers, der für den 6. März vorgesehen war. „In Bezug auf die jüngsten Entwicklungen zum Corona-Virus in NRW wird die Veranstaltung zum Schutz der Gäste, Bewohner und Mitarbeiter ab. Ein Nachholtermin wird sobald wie möglich bekannt gegeben“, so Max Bierschwale von der Belia-Seniorenresidenz.

Auch an Schulen ist das Coronavirus ein Thema. Arndt van Huet, Leiter des Gymnasiums Filder Benden: „Wir halten uns an die Vorgaben des Schulministeriums. Darüber hinaus kommunizieren wir mit unseren Schülern alle Präventionsmaßnahmen wie richtiges Händewaschen und die sogenannte Husten- und Nies-Etikette.“ Die nächsten Klassenfahrten würden in drei bis vier Wochen stattfinden. „Auch hier halten wir uns an die Entscheidungsgrundlage des Schulministeriums und beobachten bis dahin die Lage genauestens.“ Das Schulministerium empfiehlt den Schulen, sich vor Reiseantritt sorgfältig mit Hilfe der Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes sowie auf der Internetseite des Robert-Koch-Institutes zu informieren.

An der Geschwister-Scholl-Gesamtschule ist Mitte März der Gegenbesuch der amerikanischen Partnerschule Burnt Hills/Ballston Lake Senior High School geplant. „Nachdem sich in den letzten Tagen das Virus in Europa so rasant ausgebreitet hat, kamen jetzt erste Bedenken von den Amerikanern“, berichtete Schulleiter Rolf Grüter. Es sei nicht auszuschließen, dass der Besuch der amerikanischen Schüler ausfällt.

Dirk Mennekes, Schulleiter des Gymnasiums Rheinkamp in Moers, sieht im Moment keine Gefahr im Verzug: „Wir richten uns als Schule nach den Vorgaben des Ministeriums, der Bezirksregierung, des Schulträgers und des zuständigen Gesundheitsamtes. An die Klassenleitungen ist das entsprechende Merkblatt herausgegeben worden, in dem die Vorsorgemaßnahmen für jeden Einzelnen beschrieben werden. Gleichzeitig ist das Merkblatt per Aushang nochmals als Informationsquelle zur Kenntnis gebracht worden.“