Moers: Comedy Arts lässt die Puppen tanzen

Moers: Comedy Arts lässt die Puppen tanzen

Das Humor-Festival ist sich in seiner 41. Ausgabe treu geblieben: Das Publikum erlebte eine bunte Mischung internationaler Humorkunst. Laut Festivalchef Holger Ehrich haben 5000 Zuschauer das viertägige Programm gesehen.

Es gibt ja solche und solche, zum Beispiel Comedians und Kabarettisten. Seit Samstagabend wissen Humorfans jetzt endlich auch, worin sich diese eigentlich unterscheiden: "Der Comedian macht's wegen dem Geld, der Kabarettist wegen des Geldes", kalauerte sich Nessi Tausendschön in die Herzen des Comedy-Arts-Publikums. Dass Festivalleiter Holger Ehrich die Entertainerin für die Moderation am Samstag engagiert hatte, war ein großer Gewinn. Nicht nur, weil sie so schön "Lieder wider das Vergessen" singen kann. Sie weiß die Pausen zwischen den Auftritten sowohl mit intelligentem Humor als auch zotigen Zweideutigkeiten zu füllen.

Was Kondome mit der Globalisierung zu tun haben und Helikopter-Eltern mit den Berufsperspektiven ihrer Kinder, Nessi Tausendschön hat auf alles eine Antwort. Mit einer schlüpfrigen Sportschau-Moderation brachte sie das Publikum in der Festivalhalle am Solimare schließlich vollends in Schwung für einen Comedy-Abend, der eine bunte Humor-Mischung aufbot: Musik, Tanz, Akrobatik, Clownerie und ein Plädoyer für mehr "EmFatih".

  • Kommentar : Comedy - drinnen und draußen

Eine mitreißende Show legte das Duo "Suchtpotenzial" hin: Julia Gámez (Gesang) und Ariane Müller am Klavier versprachen "100 Vol% Alko-Pop" und spielten sich in einem irrwitzigen Tempo durch die Musikgenres: Metal, Musical und Chanson, gespickt mit albern-humorvollen Texten. Das brachte ihnen laut Nessi Tausendschön hinter den Kulissen für 2018 ein Engagement im Grammatikoff in Duisburg ein. Wer bis dahin am Samstag nicht herzhaft gelacht hatte, der kam spätestens beim Auftritt von Antoschka nicht drumherum. Bevor die Künstlerin loslegte, gab sie dem Publikum Lach-Lektionen. Sie brachte klassisches Clowns-Theater mit verspielten Bildern auf die Bühne. Vor allem das Duett mit Mantel und Hut am Garderobenständer verzauberte die Zuschauer. Mit einem kabarettistischen Appell für mehr Mitgefühl fügte Fatih Cevikkollu mit seinem Programm "EmFatih" den Schenkelklopfern und Kalauern an diesem Abend ein bisschen Ernsthaftigkeit hinzu. Er nahm das deutsch-türkische Verhältnis ins Visier und hielt dem Publikum zuweilen auch den Spiegel vor. Warum der "Gemüse-Ali" auf dem Markt gebrochen Deutsch spricht? Damit der Deutsche seine Sehnsucht nach Multikulti ausleben kann! Den krönenden Abschluss lieferte Starbugs Comedy. Das Trio bewegte sich mit Schweizer Präzision zwischen Tanz, Akrobatik, Slapstick und erfrischendem Klamauk hin und her. Die Zuschauer gingen begeistert mit.

Foto: Dieker Klaus
(RP)