Moers/Rheinberg: Chöre schmettern in der Maschinenhalle Pattberg

Moers/Rheinberg: Chöre schmettern in der Maschinenhalle Pattberg

"Days of Song" Am 30. Juni singen nachmittags drei Chöre in der Backsteinhalle mit der fast sakralen Akustik.

Ihre Feuertaufe als Konzertsaal bestand die Maschinenhalle Pattberg vor zwei Jahren. Da organisierten Konrad und Frederik Göke in dem Backsteingebäude das zweitägige Musik- und Unterhaltungsfestival "Last Exit Moers". "Ich war sofort fasziniert von der Akustik, als ich das erste Mal hier war", erzählt Frederik Göke, warum er und sein Vater gerne eine zweite Auflage des Festivals "Last Exit Moers" organisiert hätten, wenn sich genügend Sponsoren gefunden. Diese zweite Auflage gibt es nicht, dafür aber ein anderes Ereignis, bei dem sich die Maschinenhalle im Moerser Norden, in der von 1932 bis 1993 unter anderem Strom für das Bergwerk Pattberg produziert wurde, in eine Konzerthalle verwandelt. Sie ist Spielort beim "Sing - Day of Song", der diesmal auf den gleichen Tag wie die Extraschicht fällt: den 30 Juni.

Dieser "Day of Song" war 2016 ausgefallen, weil sich in der Metropolregion Ruhr nicht genügend Sponsoren gefunden hatten. Er war 2010 ins Leben gerufen worden, als Essen europäische Kulturhauptstadt war, um 2012 und 2014 wiederholt zu werden. Damals beteiligten sich mehrere Chöre am Niederrhein, in Moers zum Beispiel mit Mitsingaktionen in der Innenstadt oder in Kamp-Lintfort mit einem Singen im Terrassengarten. "Am 30. Juni wollen wir den Tag wiederbeleben", sagt Sana Sarrazin, der bei der Ruhr Tourismus GmbH diesen Gesangstag organisiert. "Die Maschinenhalle ist dabei, weil hier ein akustischer Urzustand herrscht." Die Gesellschaft wählte meistens Spielorte aus, die der Stiftung Industriedenkmal gehören und als einstige Brauereien, Kokereien oder Bergwerke das Industriezeitalter symbolisieren.

  • Moers : Day of Song in der Maschinenhalle

Göke stellte das Programm für den ersten "Day of Song" zusammen, die am letzten Samstag im Juni abends ab 18 Uhr auch einer der Punkte der Extraschicht ist. Der Gesangstag beginnt am 30. Juni, um auf diese "Nacht der Industriekultur" einzustimmen. Um 12.10 Uhr tragen die Chorgemeinschaft der Männergesangsvereine Borth, Millingen und Alpsray sowie der Laga-Projektchor und der Chors "Musik inklusive" aus Kamp-Lintfort zusammen Bergmannslieder vor. Sie singen zum Beispiel das Steigerlied "Glückauf, Glükauf", wie 5000 Sänger gleichzeitig an allen elf Spielorten des "Days of Song". Gegen 12.30 Uhr trägt der Projektchor der Landesgartenschau 2020 moderne Songs vor. "Die Zuhörer können Mitsänger werden", sagt Helga Dylla. Sie leitet den 40-köpfigen Chor: "Die Maschinehalle hat eine sakrale Akustik." Gegen 13 Uhr trägt die Chorgemeinschaft aus Rheinberg Heimatlieder vor. "Es ist eine Musiktradition", sagt Chorleiter Dennis Kittner. Der Chor "All inklusive" singt ab 14 Uhr Popsongs und deutsche Lieder. "Beim Singen sind alle Sänger gleich, ob mit oder ohne Behinderung", sagt Chorgründerin Susanne Hausmann.

(RP)