Charmante „Sinatra-Story“ im Moerser Martinstift

Moers : Charmante „Sinatra-Story“ im Martinstift

Jens Sörensen erinnerte an den legendären Entertainer und sein wechselvolles Leben.

Eine große Leinwand mit der Skyline von New York zog die Blicke der zahlreichen Konzertbesucher auf sich, die am Samstagabend den Kammermusiksaal der Moerser Musikschule betraten. Auf einer weiteren Leinwand, die ebenfalls auf der Bühne des Martinstifts aufgestellt worden war, war hingegen das breite Lächeln des jungen Frank Sinatra zu sehen. Der Sänger und Entertainer Jens Sörensen hatte die Gäste zur „Sinatra Story“ in den Kammermusiksaal eingeladen, um mit ihnen gemeinsam eine „musikalisch-biographische Zeitreise“ durch das Leben des amerikanischen Musikers zu unternehmen. Dabei schlüpfte Jens Sörensen mit Smoking, Fliege und Hut stilecht in die Rolle Sinatras, präsentierte unterhaltsam und charmant Informationen aus dem Leben des Musikers und sang zahlreiche seiner bekanntesten Klassiker.

Während der Song „It was a very good year“ als musikalischer Leitfaden diente, der gesanglich immer wieder aufgegriffen wurde, zeichnete Jens Sörensen die Höhen und Tiefen des außergewöhnlichen Lebensweges Sinatras, vom jungen „Frankieboy“ bis zum ergrauten „Old Blue Eyes“, in einigen Stationen nach. Seine Gesangseinlagen vermittelten dabei ein wenig von dem glamourösen Flair, das die großen Sinatra-Shows in den USA ausgezeichnet haben muss. Die großen Song-Klassiker „Fly me to the Moon“, „Summer Wind“, „Strangers in the Night“, „That‘s Life“, My Way“ oder „New York, New York“ durften dabei natürlich nicht fehlen.

Zunächst widmete sich Jens Sörensen dem Aufstieg Sinatras, der, in New Jersey geboren, einige Jahre als Auslieferungsfahrer und Sportreporter arbeitete, ehe er durch einen Konzertbesuch von Bing Crosby seine Liebe zur Musik entdeckte. Als er mit Anfang 20 seine erste Frau Nancy heiratete, die ein Jahr später die gemeinsame Tochter Nancy zur Welt brachte, war er bereits ein erfolgreicher Sänger, dem allerdings immer wieder Kontakte zur Mafia nachgesagt wurden. Er bekam eine eigene Show am Times Square in New York, wo er von Benny Goodman und dessen Band musikalisch begleitete wurde. Für die Schauspielerin Ava Gardner, mit der er eine Affäre hatte, trennte sich Sinatra von seiner Frau Nancy, doch es dauerte nur zwei Jahre, bis die Filmdiva die Scheidung einreichte. Sinatra ertränkte seinen Liebeskummer in Alkohol, musste zahlreiche Konzerte absagen und verlor sämtliche Plattenverträge.

Mit seiner Rolle im Film „Verdammt in alle Ewigkeit“ für die er im Jahr 1954 mit dem Oscar ausgezeichnet wurde, stellte sich der Erfolg allerdings wieder ein. Es folgten Auftritte mit Dean Martin und Sammy Davis Jr. als legendäres „Rat Pack“, eine weitere gescheiterte Ehe mit der deutlich jüngeren Schauspielerin Mia Farrow und nach einem Herzanfall auf der Bühne schließlich der Rückzug ins Privatleben.